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Magengeschwüre beim Pferd: Ein in der Praxis oft unerkannt bleibendes Phänomen! Fragen und Antworten zum besseren Verständnis und Management von Magenulzera beim Pferd: Können Pferde überhaupt an Magengeschwüren erkranken? Magengeschwüre beim Pferd sind viel häufiger als man denkt, nur ist die Diagnose recht schwierig, da die Symptome oft unspezifisch sind. Untersuchungen aus dem Ausland zeigen, dass bis zu 60% der Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitspferde unter Magengeschwüren bzw. dem Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS), wie der Symptomenkomplex auch genannt wird, leiden. Bei den Trabern sind es 60-80% und bei den Vollblütern sogar bis zu 90% der sich im Training befindenden Pferde. Häufigkeit von Magenulzera beim Pferd in Abhängigkeit von der Nutzung (Literatur beim Verfasser erhältlich): Vollblutrennen: 90 % Warum erkranken so viele Pferde an Magengeschwüren? Anders als beim Menschen, der Magensäure nur dann produziert, wenn Mahlzeiten eingenommen werden, produziert das Pferd kontinuierlich Magensäure. 1.Training: 2.Fütterung: 3.Haltung: 4.Krankheiten: Wie erkennt man, wenn Pferde an Magengeschwüren leiden? Eine exakte Diagnose, ob ein Pferd an Magenirritationen oder gar -ulzerationen erkrankt ist, kann nur durch den Tierarzt gestellt werden. Und doch gibt es einige Symptome bzw. Verhaltensweisen, die den Verdacht auf eine Erkrankung nahe legen. Eine definitive Diagnose ermöglicht aber nur die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei wird mit einem Endoskop direkt in das Mageninnere geschaut, wo die Ulzerationen dann sehr schnell zu sehen sind. Dafür muss das Pferd mindestens 8-12 Stunden zuvor hungern, so dass der Magen zum Untersuchungszeitpunkt fast vollständig leer ist. Häufige bei Magengeschwüren beobachtete klinische Symptome beim Pferd Ausgewachsenes Pferd: – Wiederkehrende Koliken – Schlechtes (selektives) Fressen – Schlechter Allgemeinzustand – Abmagerung – Leistungsminderung – Geruch aus dem Maul – Zähneknirschen – „Aufstoßen“ – Apathisches Verhalten – Andere Verhaltensänderungen Fohlen: – Durchfall – Kolik – Rückenlage – Unterbrochenes Saugen – Starkes Speicheln – Zähneknirschen – Schlechter Entwicklungszustand – Struppiges Haarkleid – Aufgedunsener Bauch – Fieber/Blutbildveränderungen Wie können Magengeschwüre behandelt werden? Spricht man über eine mögliche Therapie, muss man sich vergegenwärtigen, dass es sich beim Equine Gastric Ulcer Syndrome um einen Ursachenkomplex handelt. Neben einer medikamentellen Therapie ist v.a. auch darauf zu achten, die Haltungs-, Fütterungs- und Trainingsbedingungen der Pferde zu optimieren. In den Fällen, in denen bei der eingehenden Untersuchung eine andere Grundkrankheit diagnostiziert wird, muss selbstverständlich auch diese behandelt werden. Bei der Therapie von Magengeschwüren ist zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Vorgehensweisen zu unterscheiden. Zum einen können so genannte Fütterungsergänzungsmittel verabreicht werden, dessen Ziel es ist, die Schleimschutzschicht auf der Magenschleimhaut zu verbessern, so dass die Magensäure weniger Schaden anrichten kann. Anders hingegen die Vorgehensweise der zur Verfügung stehenden Arzneimittel. Diese reduzieren die Ausschüttung der Magensäure in den Magen. So wird die Ursache selbst abgestellt und eine Heilung kann besser Fuß fassen. Innerhalb der Gruppe der Arzneimittel ist darauf zu achten, dass für das Pferd nur ein Produkt zugelassen ist. Dieses enthält den Wirkstoff Omeprazol. Nur bei diesem Medikament ist die ausreichende Wirksamkeit und die erforderliche Sicherheit für den Einsatz beim Pferd nachgewiesen. 1.Omeprazol hat eine deutlich längere Wirkungsdauer und muss deshalb nur einmal am Tag verabreicht werden. Zusammenfassung – Magengeschwüre kommen beim Pferd viel häufiger vor als es die oft undeutlichen klinischen Symptome vermuten lassen. – Neben unzureichenden Haltungs- und Fütterungsbedingungen kann auch intensives Training allein die Ursache für Magenulzerationen sein. – Der Besitzer/Reiter merkt oft erst nach erfolgreicher Therapie, dass sein Pferd unter Magengeschwüren litt, wenn das Tier plötzlich besser frisst, ruhiger im Stall ist und/oder sich besser Reiten lässt. – Zur Therapie der Magengeschwüre beim Pferd ist nur ein einziges Arzneimittel zugelassen, welches sich durch eine hohe Wirksamkeit und gute Sicherheit auszeichnet.Verbessern Sie zusammen mit Ihrem Tierarzt Ihr Betriebsmanagement, um Magengeschwüre begünstigende Ursachen zu reduzieren und besprechen Sie mit Ihm eine eventuell notwendige medikamentelle Therapie. Dr. Gerhard Stiens |