Was wir bezahlt haben, das reiten wir auch…
 Fotos: Ina Baader
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Wieder veranstalteten Ina Baader und Toni Baumann den El Naarah Cup in Viernheim, dessen Streckenführung mit der der Forellenhof-Distanz im Frühjahr identisch ist.
Angeboten wurden ein MDR über 72 km, ein KDR über 58 km und ein EFR über 36 km.
Die Teilnehmer der KDRs hatten die Möglichkeit, den Ritt auf 72 Kilometer zu verlängern und wurden dann gesondert gewertet.
Am Anreisetag lachte die Sonne noch vom Himmel; die Wiese des Reit- und Fahrvereins Viernheim war dieses Mal aufgeteilt: der von der Straße aus gesehen hinteren Bereich war ausschließlich für Paddocks vorgesehen, und die Gespanne wurden im vorderen Bereich der Wiese geparkt.
Dadurch war trotz der 86 Starter ausreichend Platz für die Pferde vorhanden, und es bot sich ein buntes Bild; obwohl der Ritt zur Araber-Weltweit-Trophy zählt und entsprechend viele Araber teilnehmen, waren doch auch einige andere Rassen wie Friesen, Fjordis, Warmblüter und Welsh-Shetty-Mix „Sindbad“ zu sehen.
Zum Abendessen saßen wir auf der Terrasse der Reiterstube, eine Besprechung des Rittes gab es nicht, da alles Wichtige bereits auf der schriftlichen Vorbesprechung vermerkt war, aber Ina ging trotzdem von Tisch zu Tisch um eventuell auftretende Fragen zu klären.
Ab 06:00 Uhr gab es Frühstück in der Reiterstube, so dass auch die ab 07:30 Uhr startenden MDR-Reiter ausreichend Zeit für eine Stärkung hatten.
Feste Startzeiten gibt es in Viernheim nicht, wer morgens zuerst am Start ist startet auch zuerst.
Nun fing es an zu regnen, und es hörte nicht mehr auf…
Zunächst führte die Strecke über Feld- und Wiesenwege zum ersten Kontrollpunkt bei Kilometer 12, und nach weiteren 22 Kilometern erreichten wir die erste 30-Minuten-Pause.
Nachdem ich mir das Wasser aus den Stiefeln geschüttet und die Socken ausgewrungen hatte, ging es 24 Kilometer weiter durch abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaft bis zum Startplatz, an dem wir 45 Minuten Pause hatten.
Nachdem mein Janko versorgt war und ich meine schicken Lederstiefel gegen robuste Gummistiefel getauscht hatte, ging es weiter auf die zweite Runde, die identisch mit der ersten war.
Die dritte Pause, ebenfalls 30 Minuten, fand bei KM 58 statt, wo sich einige der KDR-Reiter nun entschlossen, den Ritt auf 72 KM aufzustocken. Die anderen ließen sich hier mit dem Hänger abholen.
Das sehr nette und kompetente Tierarzt-Team, bestehend aus Dr.Kirsten Sattler, Dr. Martina Steinmetz, Dr. Christine Schreck und Dr. Gabi Rodenburg und die ausgesprochen freundlichen Helfern standen den ganzen Tag im strömenden Regen, untersuchten schlammbespritzte Pferde, maßen Pulswerte und beschrifteten durchgeweichte Check-Karten. Und waren trotzdem auch jetzt noch freundlich und geduldig.
Die letzten 24 Kilometer schafften wir nun auch noch, wobei sich der Boden im Wald inzwischen in eine Seenplatte verwandelt hatte. Die Streckenmarkierung war aber selbst hier noch gut zu sehen.
Die Wiesenwege waren recht aufgeweicht und rutschig, was zu vorsichtigem Reiten mahnte, dennoch konnten auch in diesem Jahr wieder sehr schnelle Zeiten geritten werden.
Schade fand ich, dass es Reiter gab, die ihren Partner Pferd nach dem Ritt frierend und zitternd im Starkregen ohne Decke stehen ließen, zumal dieses Wetter vorher angesagt war und man sich entsprechend danach hätte richten können.
Um 18 Uhr konnte die Siegerehrung beginnen; von den 86 Startern hatten 73 das Ziel erreicht.
Auf den 72 Kilometern siegten mit einer Reitzeit von 233 Minuten (T3,24) Natalie Noell mit Muskir El Naarah, Corinna Ziebarth mit Inaja bint Indira, Marvin Hildebrand mit Cracy Light und Janina Frank auf Star Challenge.
Beim 58-KM-Aufsteigerritt siegte über die 72 KM die vom Gestüt Marbach angereiste Sarah Fuchs auf Nastaran mit 238 Minuten, zweite wurde Sabrina Fritsch auf Bobby XX und dritte wurde Andrea Ehret mit Samweisgandschie.
Beim EFR kamen 20 Reiter in die LK 1, 10 Reiter in die LK 2 und 14 Reiter in die LK 3.
Nur wenige Reiter hatten ihren Start zurückgezogen oder den Ritt vorzeitig beendet, die meisten ritten wohl wie ich nach Inas Devise: „Was wir bezahlt haben, das reiten wir auch“.
Ich bin die Strecke zum vierten Mal geritten und empfinde sie nach wie vor als reizvoll (obwohl man bei 72 KM zweimal die gleiche Runde reitet), weil sich Wald- mit Wiesenwegen abwechseln und auch schöne lange Galoppstrecken angeboten werden.
Hufschutz ist bei diesen Wegen nicht erforderlich.
Wer schnell reiten möchte hat hier aufgrund der flachen Strecke die Möglichkeit dazu.
Die Pferde haben unterwegs ausreichend Pause und an den Stopps steht Wasser bereit, so dass man auch ohne Tross reiten kann.
Wenn nichts dazwischen kommt, sind wir nächstes Jahr wieder dabei.
Alexandra Gieser-Schmittmann