Anspruchsvolle Strecke und familiäre Atmosphäre
 Fotos: Alexandra Gieser-Schmittmann
 Foto: Andreas Schmid
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Bislang waren wir meistens in Südhessen unterwegs, jetzt ging’s ins nördlichste Nordhessen, nämlich zur Reinhardswald-Distanz nach Trendelburg-Friedrichsfeld.
Angeboten wurden drei Ritte bzw. Fahrten über 45, 68 und 91 Kilometer, wobei die Möglichkeit bestand, die 68 KM auf 91 KM aufzustocken oder den LDR bei 68 KM zu beenden.
Die erste 45-KM-Runde war für alle Reiter/Fahrer gleich, die 68-KM-Reiter ritten danach eine 23-KM-Runde einmal, die LDR-Reiter ritten diese kleinere Runde zweimal.
Die Tierärzte waren Ilka und Hubert Hertkorn.
Leider musste ich alleine fahren, auch noch zu einem Ritt, auf dem ich fast niemanden kannte. Aber das änderte sich schnell.
Veranstaltungsort war der Hof der Schwiegereltern des Veranstalters Peter Gottlob; hier standen für die Pferde zwei große Wiesen bereit, auf denen Padocks aufgebaut werden konnten, für die Reiter gab es in der ehemaligen Gaststätte, die zum Hof gehörte, Toiletten und einen Frühstücksraum.
Außerdem hatte Peter dafür gesorgt, dass neben dem Reiten auch das Feiern nicht zu kurz kommen sollte und ein beheizbares Zelt auf einer der Wiesen aufgestellt.
Für die Verpflegung der Reiter, Fahrer und Helfer stand ein Imbisswagen bereit, der von einer Landmetzgerei beliefert wurde und dessen Bewirtung durch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Lippoldsberg übernommen wurde.
Die meisten der Teilnehmer kannten sich schon von vorherigen Ritten, aber auch die wenigen „Fremden“ wurden herzlich aufgenommen, und spätestens am Abend bei der Vorbesprechung der Ritte im Zelt kam man schnell miteinander ins Gespräch, so dass es für den ein oder anderen doch später wurde.
Morgens hatte Peters Schwiegermutter ab 05:30 Uhr Frühstück vorbereitet, und um 07:00 Uhr ging es für die LDR-Reiter bei optimalem Wetter auf die Strecke.
Wir starteten eine halbe Stunde später auf der sehr gut markierten Strecke durch eine herrliche Waldlandschaft mit teils befestigten und teils Natur-Wegen in Richtung Weser, und unterwegs traf ich eine Gruppe Reiter, der ich mich anschloss.
Der Ritt zählt zum hessischen Bergcup, dementsprechend viele Steigungen waren zu bewältigen und entsprechend schön war auch an vielen Stellen die Aussicht.
In der Ausschreibung war Hufschutz ausdrücklich empfohlen, und ohne Schutz würde ich diese Strecke auch nicht reiten.
Nach ca. 23 Kilometern kamen wir zur ersten Pause, für die Peters Freund Otti eine große Wiese mit ausreichend Gras für die Pferde zur Verfügung gestellt hatte. Hier war das erste Vet-Gate für alle Reiter.
Für Janko und mich war der Ritt hier leider schon beendet, da Jankos Puls nicht in der vorgeschriebenen Zeit bei 64 war; so kann es eben gehen, wenn man sein Pferd einfach anderen hinterher rennen lässt, anstatt konsequent sein eigenes Tempo zu reiten…
Für die anderen Reiter/Fahrer ging es weiter auf überwiegend fein geschotterten Waldwegen mit Grasstreifen, schöne lange Talwege entlang der Bäche mit leichten Steigungen in Richtung Süden (wobei auch eine Furt durchritten werden musste) und dann auf etwas flacheren Wegen zurück zum Veranstaltungsort, wo für die 45-KM-Reiter/Fahrer das Ziel war, für die MDR- und LDR-Reiter/Fahrer wieder eine 30-Minuten-Pause.
Danach ritten die MDR-Reiter die 23-KM-Runde einmal, die LDR-Reiter zweimal, wobei die LDR-Reiter zwischen diesen beiden Runden wieder 30 Minuten Pause am Veranstaltungsort hatten.
Die Strecke kann problemlos auch ohne Tross geritten werden, denn auf der Strecke und in den Pausen stand auch für die letzten Reiter immer noch ausreichend Wasser bereit.
In der ersten Pause gab es neben Wasser auch ausreichend Gras für die Pferde, und die beiden anderen Pausen fanden am Veranstaltungsort selbst statt, so dass die Pferde dort entsprechend versorgt werden konnten.
Bei der Siegerehrung am Abend bekam Oskar Piritz, der zum 25. Mal in Trendelburg gestartet war, einen Ehrenpokal und einen Präsentkorb; er war der einzige Starter auf der kurzen Distanzfahrt und legte die Strecke in T 4,47 zurück.
Beim KDR waren 26 Reiter am Start, Sieger war Marcus Leimbach mit Shamal CS, der die Strecke in T 3,56 absolvierte, zweite wurden Daria Strate-Welzel mit Baerlos Storm und Ursula Kampke mit Giro.
Beim MDR waren sechs Reiter am Start, Siegerin war Claudia Bretthauer mit Altanas Samara (T 3,87), zweiter wurden Hartmut Muck mit Honeys Jones und Madeleine Gries mit Honeys Mandygirl.
Manfred Wanitschka fuhr die Strecke mit Bounty Shugar als einziger Starter in T 4,28.
Beim LDR waren 11 Reiter am Start, gewonnen hat Karo Steiche mit Kashari in T 3,75, Platz zwei belegte Marina Jochheim mit Talina.
Abends wurde im Zelt mit eigens engagiertem Diskjockey ausgiebig bis in die Nacht gesungen und getanzt, und nach der Nachuntersuchung am nächsten Morgen, bei der Marina Jochheim mit Talina den Best-Condition Preis bekam, machten sich auch die restlichen Reiter und Fahrer auf dem Heimweg.
Wer einmal in Trendelburg war, der kommt wieder. Die Strecke ist anspruchsvoll und abwechslungsreich, die Helfer waren ausgesprochen freundlich, und in der familiären Atmosphäre muss man sich einfach wohlfühlen.
Die Reinhardswald-Distanz ist für 2010 fest eingeplant.
Alexandra Gieser-Schmittmann
Andrea Nacke