Hessische Meisterschaft bei der Laubacher Acht
 Regen über Regen
 Anna-Lena Weiershäuser
 Josie Doderer
 Finish
 Sarah Sailler
 Dieter Hannes
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Am Samstag den 6. Juni fanden im hessischen Ruppertsburg in der Nähe von Lich die Hessischen Meisterschaften der Senioren und Junioren im Distanzreiten statt. Die 104 Kilometer lange Meisterschaftsstrecke bei den Senioren, sowie die 75 Kilometer der Junioren führte die Teilnehmer durch die wunderschöne Landschaft des Vogelsberges mit ihren teils seichten, teils steilen Hügeln. Aufgeteilt in mehrere Runden, kamen die Teilnehmer immer wieder zum Start und Zielort nach Ruppertsburg zu mehreren Pausen, in denen die Pferde von den Tierärzten untersucht wurden und sich in Ruhe von der vorherigen Runde erholen konnten, um wieder frisch und munter auf die nächste gehen zu können.
Die Hessischen Meisterschaften wurden erstmalig im Rahmen der Laubacher Acht veranstaltet, die Mareike Brinkmann und Thorsten Keller in diesem Jahr zum fünften Mal ausrichteten. Für die Meisterschaftsstrecke über 104 Kilometer hatten 18 Teilnehmer genannt. Von Anfang an wurde ein schnelles Tempo geritten, bei dem Dieter Hannes mit seiner Traberstute Stein Lina immer dabei war. Dieter Hannes konnte bereits im Jahr 2007 die Meisterschaft für sich entscheiden, die nur alle zwei Jahre als Eintagesritt und dazwischen als Championat veranstaltet werden. Anfangs war das Teilnehmerfeld noch sehr dicht zusammen, doch im Laufe des Rittes wurden die Abstände immer größer, sodass am Ende Dieter Hannes mit seiner Stein Lina nach 6 Stunden und 24 Minuten ganz allein aus dem letzten Waldstück auf die Ziellinie einbog und ganz in Trabermanier die letzten Meter bis zum Ziel im flotten Trab zurücklegte und sich feiern ließ. Die anschließende Nachuntersuchung, bei der die Pferde von den Tierärzten ein letztes Mal untersucht werden, bevor entschieden wird, ob man in der Wertung ist oder nicht, bestand Stein Lina ohne Probleme und so holte sich Dieter Hannes zum zweiten Mal in Folge den Titel des Hessenmeisters auf der eintägigen Hessenmeisterschaft.
Als zweite kam Josie Doderer auf Kalimera genau eine halbe Stunde später ins Ziel. Josie und Kalimera sind seit Jahren ein eingespieltes Team auf Distanzritten und der Name Doderer im hessischen Distanzsport eine feste Größe. Sie ritt ihre neunjährige Araber-Partbred- Stute souverän ins Ziel und bekam dafür am nächsten Tag von den Tierärzten den begehrte „Best Condition“ Preis verliehen, der immer an das Pferd, das am Folgetag am besten ausgesehen hat verliehen wird. Als Dritter der Hessenmeisterschaft erreichte Christian Vogler auf der Araberstute Romanova nach einer Reitzeit von 7 Stunden und 16 Minuten zeitgleich mit der in Nordrhein-Westfalen wohnenden Marina Jochheim auf der Westfalenstute Talina das Ziel.
Erstmalig wurde die Hessenmeisterschaft gesondert auch für Junioren ausgeschrieben. Die Meisterschaftsstrecke betrug 75 Kilometer, die ebenfalls in verschiedene Schleifen aufgeteilt waren. Die spätere Siegerin Anna-Lena Weiershäuser rollte mit Jaba das Feld von hinten auf und arbeitete sich konsequent an die Spitze. Sie reitet bereits seit vielen Jahren Distanzritte und ist auch international sehr aktiv. So ist sie neben ihrer Kadermitgliedschaft im Bundesjugendkader bereits 2006 und 2008 auf der Europameisterschaft für Deutschland geritten. Sie setzte sich zum Schluss vom Feld ab und gewann mit einem souveränen Vorsprung von 21 Minuten auf die Zweitplazierte. In einem entspannten Galopp legte das Paar nach 4 Stunden und 43 Minuten Reitzeit die letzten Meter des Zieleinlaufs zurück und bestand auch die Nachuntersuchung – die für Ritte bis 79 Kilometer zwei Stunden nach Zieleinlauf stattfindet – ohne Probleme.
Als Zweite kam die Birsteinerin Sarah Sailler auf Tantoo Aaron ins Ziel. Sie konnte am Ende einen Vorsprung von 44 Minuten mit nach Hause nehmen vor der Drittplatzierten Simone Karnelka. Sie hatte mit ihrem Araber Pur in einem atemberaubendem Finish gegen Christina Heerd mit einer Sekunde Vorsprung gewonnen und sich so den dritten Platz gesichert.
Neben den beiden Meisterschaftsstrecken fanden noch Wettkämpfe über 120 Kilometer, 75 Kilometer sowie 52 und 29 Kilometer statt.
Auf der 120 Kilometerdistanz erreichte Jenny Goessle auf Medidi Bey nach 11 Stunden und 36 Minuten reiner Reitzeit das Ziel und wurde damit auf dem ersten Platz gewertet.
Bei der 75 Kilometer Distanz gingen nach 4 Stunden und 46 Minuten Sybille Markert-Bäumer und Friedrich Markert mit den Arabern Garibha und Malissa mit einem Vorsprung von knapp eineinhalb Stunden Hand in Hand ins Ziel. Freudestrahlend ritten sie die letzten Meter und erleichtert in absehbarer Zeit dem Dauerregen entfliehen zu können. Auf dem dritten Platz erreichte Elvira Friedrich mit der Araberstute Pagoda das Ziel, nachdem sie bereits im letzten Jahr in Ruppertsburg auf dieser Streckenlänge sehr erfolgreich gewesen war.
Für die 52 Kilometer lange Distanz hatten 17 Starter genannt. Alle Ritten ein flottes Tempo, doch am Ende gewann Michaela Pressler mit dem Ticolino Wallach Gentle mit einer Reitzeit von 3 Stunden und 8 Minuten mit einem Vorsprung von 5 Minuten vor Jennifer Bräunig mit dem Araber F.A. Gorgeous und einem deutlichen Abstand zu dem drittplatzierten Jürgen Zell aus Gelnhausen, der mit dem 8-jährigen Nuage de Payau Hand in Hand mit Michelle Mittländer auf Shushilla nach 3 Stunden und 59 ins Ziel ritt.
Die 29 Kilometer sind ein Einführungsritt, bei dem es weniger um das Tempo als mehr um das Gefühl für die Strecke geht. Daher durchlaufen die Pferde alle Untersuchungen, als wäre es ein ganz normaler Distanzritt, allerdings werden hier die einzelnen Reiter nicht direkt platziert. Die Zeit spielt eine untergeordnete Rolle, da hier nur in verschiedene Leistungsklassen unterteilt wird. So erreichten 10 Reiter die Leistungsklasse eins, 5 Reiter die Leistungsklasse zwei und 7 Reiter die Leistungsklasse 3.
Insgesamt bilanzierten die Veranstalter, war es eine tolle Veranstaltung. Zwar spielte das Wetter dieses Mal nicht mit und so regnete es den ganzen Tag, aber das trübte die Stimmung bei den Teilnehmern und Betreuern keinesfalls. Denn, bei den Distanzreitern heißt es immer so schön: „ Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“.
Fotos und Text: Victoria Oldenburg