Pfingsttour-West
 Fotos: Constanze Escher |
Die Pfingsttour-West , das war eine kleine, sehr liebevoll aufgezogene, aber auch anspruchsvolle Veranstaltung, die Pferd und Reiter schon einiges abverlangt hat. Auf jeden Fall waren gute Kartenkenntnisse unabdingbar, den Kompass sollte man auch unbedingt dabei gehabt haben, um sich größere Sightseeingtouren zu ersparen.
Bei der Ankunft, bei der man gleich herzlich begrüßt wurde, lud eine große Wiese neben dem Vereinshaus und Reitplatz des Osburger Reitvereins zum großzügigen Paddockbau ein. Den Pferden stand das Gras bis zum Bauch und so wurde das ebenfalls zur Verfügung gestellte Heu kaum gebraucht. Wegen des leider sehr kleinen Starterfeldes konnten alle ihre Paddocks während der folgenden Tage immer wieder etwas versetzen.
Uns erwarteten 122 km, die an zwei Tagen nach Karte zu reiten waren. Am 1. Tag waren 71 km und am 2. Tag 51 km zu bewältigen, die aus zwei verschiedenen Tagesrunden bestand. Da man nach einer Tagestour wieder in das zentrale Camp zurückkam, war dieser Ritt genial für trosslose Reiter. Auch die Strecke selbst ist trosslos sehr gut zu reiten gewesen. Viele Bäche sorgten schon auf dem Weg für ständigen Wassernachschub und Kühlung der Pferdebeine. In den Pausen wurde man herzlich umsorgt und es fehlte einem an nichts.
Das absolute Highlight war der Hauptstop in Vierherrnborn bei Familie Theis, wo die Pausenzeit eine Stunde betrug. Auf einer Graskoppel waren großzügige Paddocks abgesteckt, auf denen man die Pferde gut versorgt lassen konnte. Dann hatte man noch genug Zeit, dem riesigen Buffet in der Scheune zu frönen, das an diesem heissen Tag keine Wünsche offen liess. Wer denkt, auf einem Distanzritt wird abgenommen, der irrt.
Denn von morgens bis abends wurde sich gekümmert, gekocht und darauf geachtet, dass jeder glücklich und zufrieden war. Die Abendessen waren köstlich, ebenso wurde an allen Tagen ein deftiges Frühstück serviert. So viele gute Geister auf einer Veranstaltung hat man selten, da hat eigentlich nur noch der Hamster zum Helfen gefehlt. Das Lagerfeuer plus Hausmusik durfte natürlich auch nicht fehlen.
Nach den Erfahrungen des letzten Jahres war die Oberpriorität: NICHT verreiten……..
An jedem Vorabend gab eine sehr ausführliche Vorbesprechung, die einen aber auch nicht davor bewahrte, doch den einen oder anderen Schlenker zu reiten….
Das Geläuf gestaltete sich sehr abwechslungsreich, Wiesenwege, humusreiche Waldböden, fast alles Naturwege. Die befestigten Wege waren allerdings teilweise sehr hart, was aber am natürlichen Untergrund liegt. Schotter gab es wenig, ebenso Asphaltwege.
Auf der Strecke waren auch einige Höhenunterschiede zu überwinden, welche aber auch mit Nichtbergpferden durch überlegtes Reiten gut zu meistern war. Trotz des meist sehr guten Geläufs sollte man auf einen Hufschutz nicht verzichten.
Von 12 Starten blieben 10 in der Wertung, 5 ritten die ganze Strecke, die sich auch die ersten 3 Plätze teilten.
Platz 1 – Heike Feistel mit Myamoto Mushashi, AV
Platz 2 – Dagmar Freitag mit Rike, Connemara und Andrea Welsch mit Sol Nawari, Dt. Reitpony
Platz 3 – Lena Morbe mit Skol, AV und Astrid Kneip mit Antje, Fjord
Als einen kleinen Bonbon gab es dann auch den einen oder anderen kleinen Sonderpreis.
Das älteste Pferd, welches die ganze Strecke lief, war mit 19 Jahren die Connemarastute Rike únd die Traberstute Gemma Way war mit 20 Jahren das älteste teilnehmende Pferd in der Wertung.
Fazit: Eine schön und gut organisierte Veranstaltung, die leider sehr schwach besucht war. Schade.
Da sich die Organisatoren darüber auch Gedanken gemacht haben und diesen Ritt am Leben erhalten wollen, soll es im nächstes Jahr für jeden Tag eine Etappenwertung und gut sichtbare Hilfsmarkierungen an besonders kniffeligen und verunsichernden Stellen geben, damit sich auch die nicht Kartenvollprofis auf diese Strecke trauen können.
Ich komme auf jeden Fall gerne wieder….
Dagmar Freitag