Rennsteig-Distanz in Finsterbergen am 23.05.2009
 Fotos: Jana Müller |
Die Rennsteig-Distanz in Finsterbergen in der Nähe von Gotha ist bisher der einzige Distanzritt in Thüringen in diesem Jahr. Organisiert wird der Ritt von Norbert Greif und seinen Helfern auf dem Gelände des Reitvereins in Finsterbergen.
Bereits auf der Zufahrt wurden die ankommenden Teilnehmer von freundlichen Helfern in Empfang genommen und in die örtlichen Gegebenheiten (Parken, Paddocks, Boxen etc.) eingewiesen. Die Paddockplätze auf der Wiese waren bereits abgesteckt und nummeriert, so dass alle Pferde gleich viel Platz hatten. Boxen standen ebenfalls direkt vor Ort zur Verfügung. Als Tierärzte waren Dr. Soller und Dr. Ludwig vor Ort. Abendessen vom Grill gab es in der nahe gelegenen „Ranch“, wo auch ein gemütliches Lagerfeuer brannte. Die Vorbesprechung fand im Reiterstübchen satt.
Das Höhenprofil der Strecke versprach einen anspruchsvollen Ritt. Von ca. 480 m geht es bis auf über 700 m hinauf. Am Rittag gab es für alle ein kostenloses Frühstück, welches der Veranstalter Norbert Greif zur Verfügung stellte! Das hat man nicht überall – danke dafür!
Für die 60 km hatten 11 Reiter genannt, 9 starteten. Die 30 km hatten ein weitaus größeres Starterfeld.
Die Strecke führte von Finsterbergen aus auf größtenteils befestigten Wegen (Feinschotterwege, einige Asphalt-Passagen), aber auch einigen schönen weichen Waldwegen Richtung Rennsteig. Der Rennsteig ist ein Kammweg sowie ein historischer Grenzweg im Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald. Heute ist der Rennsteig vor allem als Wanderweg bekannt. Er verläuft auf dem Kamm des Thüringer Mittelgebirges von Nordwest nach Südost meist in Höhen von ca. 500–970 Meter. Ein Teil der Strecke verlief dann auch direkt auf dem Rennsteig. Die Strecke ist durch ihre Anstiege und natürlich auch durch die langen Bergab-Passagen durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen, dennoch ist die Strecke flüssig zu reiten. Landschaftlich ist die Strecke eine der Schönsten, die ich bislang geritten bin. Neben wildromantischen Passagen durch den Thüringer Wald an rauschenden Bächen entlang konnte man auf einigen Streckenabschnitten eine wahnsinnige Aussicht in die Täler genießen, was sicher auch am perfekten Distanz-Wetter lag – Sonnenschein, trocken, nicht zu warm und nicht zu kalt und fast windstill. Am Vet-Check am Naturschutzgebiet Ebertswiese (ca. 700 m Höhe) sowie in der unangekündigten Kontrolle gab es Wasser für die Pferde, außerdem konnte man die Pferde unterwegs auch in Bächen und Dank des Regens der Vorwoche aus Pfützen trinken lassen. Die Pause des 60 km-Rittes fand am Paddockplatz statt, so dass der Ritt auch für Reiter ohne Tross gut zu absolvieren war. Die Markierung war perfekt: große, an Pfosten befestigte Schilder mit Pferdekopf und Richtungspfeile sowie Pfeile und Betstätigungspunkte mit Sprühfarbe – die Karte, die übrigens direkt mit Notfallnummern des Veranstalters versehen war, wurde beim Reiten eigentlich nicht benötigt. Im Reiterstübchen gab es Kaffee und Kuchen, Suppe, Würstchen und Getränke zu sehr günstigen Preisen. Auf der Terrasse vor dem Reiterstübchen konnte man nach dem Ritt die Sonne genießen und entspannen.
Die Siegerehrung fand zur Freude aller Teilnehmer sehr schnell nach den letzten Nachuntersuchungen statt, so dass alle früh die Heimreise antreten konnten. Den 60 km Ritt gewannen Andrea Nacke mit Markatta Atila und Jan Graichen mit Balu mit einer Geschwindigkeit von 13,38 km/h.
Die Rennsteig-Distanz ist eine sehr schöne, gut organisierte Veranstaltung mit einer reizvollen, anspruchsvollen Strecke. Es wäre wünschenswert, wenn sich im nächsten Jahr mehr Reiter trauen würden, diese wunderschöne Strecke in Angriff zu nehmen.
Yvonne Kirstan