Ankum am 03.05.09
 Fotos: www.distanzler.de
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Distanzritte über 30-39-60-78 km
Am 03.05.09 stand wieder der traditionell immer am ersten Maiwochenende stattfindende Distanzritt in Ankum auf dem Programm. Für viele Reiter und Fahrer eignet sich diese Veranstaltung als Saisonauftakt, da die angebotenen Streckenlängen sowohl den Einsteiger als auch den ambitionierteren Distanzler locken. So waren wieder Kurse über 30, 39 60 und 78 Km jeweils als Ritt und als Fahrt ausgeschrieben. Nicht nur aus Nord- und Mitteldeutschland sondern auch aus dem benachbarten Holland waren zahlreiche Nennungen in Ankum eingegangen. Bei der samstäglichen Anreise lachte allen noch die Sonne und es herrschten frühsommerliche Temperaturen. Für die Übernachtungsgäste standen drei verschiedene Flächen zur Verfügung. Das Wetter am Wettkampftag zeigte sich dann bedeckt und nicht ganz so warm, optimal eigentlich zum Reiten und Fahren.
Am frühen Morgen begann die Veranstaltung mit einer inhaltlich wenig hergebenden Vorbesprechung, diese war nicht viel mehr als eine Begrüßung. Verdutze Gesichter um mich herum spiegelten Irritation… Die Wiederholungsstarter in Ankum aber wussten, dass sie sich auf die gute Gesamtorganisation verlassen konnten und dass tatsächlich keine Notwendigkeit bestand, eine episch lange Vorbesprechung zu halten. Ab 7 Uhr waren die Tierärzte vor Ort, so dass es mit den Voruntersuchungen los gehen konnte. Für die früh startenden Reiter der beiden mittleren Distanzen ist dies ein etwas unbequemer Zustand, da die Zeit zwischen Voruntersuchung und Start recht knapp werden kann, zumal, wenn man trosslos unterwegs war. Wünschenswert wäre hier die Möglichkeit, diese Pferde bereits am Vorabend untersuchen lassen zu können.
Die Strecken lagen in bekanntem, landschaftlich abwechslungsreichen und flott zu reitendem Gebiet, der aus den letzten Jahren bekannte Schießplatz lag jetzt nicht mehr an der Strecke.
Das Geläuf wechselte zwischen Sand und Schotterwegen ab, der Regen in den Tagen zuvor hatte dazu geführt, dass man keinen Staub schlucken musste. Es ließ sich also recht frisch vorwärts reiten. Auf den 60 Km wunderte ich mich, wie viele Reiter direkt zu Beginn die Pferde sehr schnell ritten, es begann kurz nach dem Start eine regelrechte Hatz um die Spitzenposition. Reiter um Reiter überholten mich und ich entschied für mein Pferd und mich, dass wir eben nicht „lieber tot als zweiter“ sein wollen und ritt zwar flott, aber dennoch reguliert voran. In der ersten (angekündigten) Pulskontrolle traf ich sie dann alle wieder… Noch schöner, ich durfte alle überholen, da mein Pferd keine Zwangspause einlegen musste.
Dies wollten sich einige natürlich so nicht bieten lassen und einige Minuten später hörte ich galoppierende Hufe von hinten. Die Hatz begann von neuem. Ist das hier ein Distanzritt oder bin ich auf der Fuchsjagd gelandet, fragte ich mich. Ich ließ erneut die ganz Eiligen vorbei, wohl wissend, dass erst am Ende abgerechnet wird. Nach der Pause nahm das Spiel seine Fortsetzung, in der Pulskontrolle ergab sich fast die identische Situation wie auf der ersten Runde.
Haben wir nicht alle schon mal etwas davon gehört, dass die Pferde möglichst gleichmäßig über die Strecke geritten werden sollen? Was nutzt es, ein Stück weit der Schnellste zu sein, wenn dann in den Pulskontrollen oder Pausen die Minuten dahinrinnen, bis der Puls des Kameraden Pferd wieder im akzeptablen Bereich liegt? Und müsste es nicht stutzig machen, wenn die Pferde bis zu den erforderlichen 64 Schlägen pro Minute annähernd 20 Minuten Regenerationszeit tatsächlich benötigen?
Hier sehe ich viele Ansatzpunkte für unsere Ausbildung auf Einsteigerseminaren und bei Fortbildungen!
Doch zurück zum Ritt: Weiter ging es durch die schöne Umgebung von Ankum, Hand in Hand zeigten meine Mitreiterin und ich an, dass wir gemeinsam platziert werden möchten. Schön, dass wir im nationalen Sport diese Freiheit genießen dürfen! Genugtuung machte sich bei uns beiden breit, als wir tatsächlich feststellten, dass einige aus der „RaserTruppe“ Lehrgeld zu zahlen hatten und sich unser taktisches Reiten am Ende eben doch mit einer guten Platzierung auszahlte.
Eine schöne Veranstaltung neigte sich dem Ende zu, die Nachuntersuchung verlief ohne große Wartezeiten und der angekündigte Regen wartete ab, bis fast alle Starter zumindest wieder im Ziel angekommen waren. Die Organisation in Ankum ist immer sehr gut, die Siegerehrung konnte zeitig satt finden. Als einzigen Kritikpunkt möchte ich die Durchführung der Nachuntersuchung ansprechen: Pulsmessen und Vortraben sind sicherlich Hauptaspekte einer NU, aber lediglich diese beiden Parameter zu untersuchen, ist mir zu wenig. Sicherlich ist jeder Reiter selbst für sein Pferd verantwortlich, aber gerade bei Veranstaltungen, an denen viele Einsteiger teilnehmen, wünsche ich mir eine ausführlichere tierärztliche Untersuchung, sowohl zum Schutze des Pferdes als auch, um die Reiter sensibel für evtl. Probleme ihres Partners zu machen.
Dennoch: Nach Ankum fahre ich im kommenden Jahr wieder! Danke an das Team um Horst Müller, welches uns alljährlich ein schönes Wochenende bereitet!
Meyke Kalms