CEIs in Göttingen über 120, 105, 85 und 65 km
Ein Bilderbuchritt zum Abschluss der internationalen Saison in Deutschland
Göttingen, 18. Oktober 2008: Nach Fischerhude und Kreuth herrschte noch einmal internationales Flair auf einem deutschen Event. 47 Reiter aus 7 Nationen waren nach Holzerode im Harz gekommen. Nachdem im Vorjahr nicht alles so gelaufen war, wie die Veranstalterin Dr. Juliette Mallison es sich gewünscht hätte, war diesmal schon im Vorfeld einiges geändert worden; so befand sich das in der Vergangenheit schon mehrfach überflutete Stallzelt jetzt auf dem höchsten Punkt und außerhalb der Ortschaft. Das Geläuf war – dem Regen am Vortag geschuldet – anspruchsvoll, da teilweise durch glitschigen Lehm und feuchtes Laub recht glatt. Aber den Teilnehmern gelang es, sich darauf einzustellen, sodass schwere Stürze vermieden wurden. Überhaupt klappte alles so hervorragend, wie man es sich nur wünsche konnte: Tierärzte, Stewards und Streckenposten sorgten für einen reibungslosen Ablauf, die Markierungen wiesen dem Starterfeld stets sicher den Weg, und selbst das Wetter spielte dank freundlicher Herbstsonne mit. Dass fast zwei Drittel der Starter den Ritt in der Wertung beenden konnten, ist für einen Wettbewerb dieser Größenordnung ebenfalls sehr zufriedenstellend, und noch erfreulicher ist die Tatsache, dass nur ein einziges Pferd in der Nachuntersuchung eliminiert werden musste.
Die 120-Kilometer-Reiter starteten in der Dunkelheit hinter einem Führfahrzeug. Harald Braun und Tango Lady legten bereits auf der ersten Runde mächtig Tempo vor und setzen sich weit vom Feld ab. Das Paar sah auch auf dem zweiten Loop noch gut aus, bevor in der Tierarztkontrolle das Aus wegen eines Ballentritts kam. Daraufhin startete die Polin Beata Dzikowska mit ihrem Araberhengst Cyryl als Erste aus dem zweiten Gate, dicht gefolgt und bald schon eingeholt von Jan Buitenhuis aus den Niederlanden mit dem großrahmigen Anglo-Araber Patron. Fünf Minuten später gingen Angelika Bruckner und Abou Aichan auf die vorletzte Runde. An dieser Konstellation änderte sich bis ins Ziel wenig.
Jan Buitenhuis baute seinen Vorsprung auf Beata Dzikowska konsequent aus und ritt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16,22 km/h als Erster über die Ziellinie. Der polnische Hengst Cyryl, der stets hervorragende Regenreationszeiten gezeigt hatte, kam fünf Minuten später. Zwei weitere Minuten dahinter belegte Angelika Bruckner mit Abou Aichan Platz drei in 15,98 km/h. Dem Vollblutaraber wurde am Folgetag auch der Best Condition Award zuerkannt.
Eine hohe Ausfallquote gab es leider bei den Jugendlichen, wo nur eines von 6 Starterpaaren über 120 km in der Wertung blieb. Ronja Schreiber war den Ritt gemeinsam mit ihrer Mutter Gabi Schreiber (die Platz 8 bei den Senioren belegte) in einem Grundtempo von 14,25 km/h gegangen und machte nachdrücklich auf sich aufmerksam. Ihre Araberstute Santana wurde zudem mit dem Konditionspreis geehrt.
Über 105 Kilometer konnte sich Petra Hattab mit dem Araberwallach Prince Sharif in 15,33 km/h knapp gegen Bettina Nonnenmacher mit Marun behaupten. Noch enger wurde drei Minuten später die Entscheidung um Platz drei, wobei der Schweitzer Ueli Haldemann seinen erst siebenjährigen Shagya-Araber-Wallach Jamal eine Kopflänge vor Bäbel Büchtings Kissing Kaysoun über die Ziellinie stukte. Jamal präsentierte sich auch am Folgetag großartig und erhielt den Best Condition.
Anne Wegner und Aicha Addschawad, die im August in Kreuth deutsche Jugendmeister geworden waren, setzten sich über 85 Kilometer ganz hervorragend in Szene und kamen mit schnellen 17,25 km/h Durchschnittgeschwindigkeit sogar noch eine Sekunde vor der siegreichen Seniorin Ursula Klingbeil mit Tachlith el Samawi ins Ziel. Beide Siegerpferde wurden mit einem Best Condition Award ausgezeichnet.
Auch die Zweitplatzierten ritten sowohl bei den Senioren als auch bei den Junioren ähnliche Zeiten. In 15,45 km/h brachte hier Stefan Zoeller seinen Antares über die Strecke, während Charline Liskow mit Algor in 15,35 km/h Platz zwei in der Junioren-Wertung erritt. Platz drei ging bei den Junioren an Laura-Patricia Sauerbrey mit Noble Dash, die mit 15,07 km/h noch schneller als die drittplatzierte Seniorin Manuela Schöffel-Skorepa mit Pyrit war.
Über 65 Kilometer siegten bei den Senioren Kerstin Michelmann und Ghazur vor Franz Brück auf Six per Six, der sich im Finish hauchdünn gegen Franziska Göbel und Famosa durchsetzte. Ebenso knapp wurde die Entscheidung bei den Junioren, wo Lotte Klitgaard-Jesperse aus Dänemark mit Flini eine Sekunde vor Annette Schwartze mit Potzblitz Al Julimah lag, dicht gefolgt von Lea Spiller mit Kyros II.
Der für die kommende Saison geplante CEI-Ritt um den Mittelpunkt Deutschlands wird in Nörten-Hardenberg stattfinden und als Deutsche Meisterschaft und Jugendmeisterschaft ausgeschrieben sein.
Miriam Lewin