 Zieleinlauf der bayerischen Meisterschaft Die diesjährige Bayerische Meisterschaft fand am 04.10.2008 im idyllischen Mindeltal zwischen Ziemetshausen und Burtenbach statt. Die Veranstalter – Das Team um Ulrike und Josef Rauner aus Thannhausen – organisierte eine Veranstaltung, die einer Bayerischen Meisterschaft absolut würdig war. Vielleicht entwickelt sich einmal ein internationaler Ritt aus dieser Veranstaltung, denn es fehlte an nichts – drei Superlative: Verpflegung, Markierung, Stimmung – alles vom Feinsten!
Lediglich Petrus muss noch ein wenig üben, das Wetter war sehr durchwachsen und regnerisch, die Nacht von Samstag auf Sonntag brachte sogar Minusgrade.
Mehr als 50 Starter über alle Streckenlängen hinweg, fanden sich am 1. Oktoberwochenende in Ziemetshausen ein, um ihren letzten Ritt in Bayern zu bestreiten. Immerhin ging es neben der Bayerischen Meisterschaft auch noch um den Bayern-Cup, um dessen Gewinn sich Katrin Falke-Schmidt mit Obelix und Günther Zeußel mit Titan rankten. Auch der Dritte Platz war noch nicht vergeben, sodass sich die möglichen Kontrahenten ebenfalls in Ziemetshausen einfanden.
Nachdem alle Pferde die Voruntersuchung am Freitag überstanden hatten, konnte das Unternehmen Bayerische Meisterschaft beginnen. Am Samstag um 07:00 Uhr starteten 15 Reiterinnen und Reiter, um die heiß begehrte Trophäe zu erkämpfen. Die restlichen Teilnehmer starteten später auf ihren jeweiligen Streckenlängen. Bis zum ersten Vet-Gate waren alle ziemlich nah beieinander, wobei sich langsam kleinere Gruppen bildeten und das Feld sich auseinander zog. Aus der ersten Pause ritten weitestgehend geschlossen Heike Blümel mit Voila Kossack, Marianne Hähnel (Deutsche Vizemeisterin 2008) mit Baida in Nahar, Belinda Hitzler (Deutsche Meisterin 2008) mit Nabab la Majorie und Sybille Markert-Baeumer mit Garibha auf die nächste Runde und beendeten die ersten 60 km gemeinsam. Leider verletzte sich das Pferd von Belinda und das bedeutete das Aus; somit wurde aus dem Quartett ein Trio, das sich nach der Pause auf die zweiten 60 km begab. Erneut gab es nach 23 km ein Vet-Gate, das alle gut überstanden und mit einem kleinen Vorsprung setzten sich Heike und Sybille ab, Marianne folgte kurz dahinter. Eine weitere 20 km-Runde wurde absolviert und an der Spitze änderte sich zunächst nichts. Die letzten 18 km nahmen Heike und Sybille gemeinsam in Angriff und Marianne hatte etwa 4 Minuten Rückstand. Wer nun glaubte, dass sich die drei die Bayerische Meisterschaft unter sich ausmachten, sah sich getäuscht, denn Kerstin Mayer machte mit Zlodky auf den letzten Kilometern richtig Dampf und holte etwa 5 km vorm Ziel Marianne ein, obwohl sie mit einem Rückstand von mehr als 15 Minuten aus der letzten Pause gestartet war. Marianne ihrerseits hatte aber schon zur Spitze aufgeholt und gemeinsam machten sie sich ans Werk. Etwa einen Kilometer vorm Ziel ging dann die Post erst richtig ab und das Finish wurde bereits an der Bahnlinie entlang aufgenommen. Einsehbar vom Zielbereich konnte man nun in der Reihenfolge Kerstin, Sybille und Heike den Endspurt verfolgen. Marianne hatte sich aus dem Treiben herausgehalten, da sie nichts mehr riskieren wollte. Nach einer Linkskurve und einer Holzbrücke brausten Sybille und Kerstin im gestreckten Galopp auf die Ziellinie zu und am Schluss war Sybille mit Garibha einen Tick schneller und sicherte sich nach erfolgreicher Nachuntersuchung die Bayerische Krone sowie den dritten Platz im Bayern Cup! Kerstin wurde Zweite, Heike Dritte und Marianne Vierte. Dahinter folgten auf Platz 5 Sonia Buluschek mit Dandolo, Birgit Schiedermeier mit Saruman, Katrin Falke-Schmidt mit Obelix, die damit den Bayern-Cup für sich entschied. Auf den weiteren Plätzen folgte Dörthe Krupinski-Negwer mit Wiela S, Volker Kriewald mit Witold und Nicola Bohn mit Zbaraz.
Besonders entscheidend für den Ausgang war, dass alle Pferde im Spitzenfeld sehr kurze Erholzeiten in den jeweiligen Vet-Gates hatten. Die Pferde waren sehr gut vorbereitet. Hatte doch der eine oder andere Reiter darauf spekuliert im Vet-Gate Zeit gutzumachen, musste er einsehen, dass das diesmal nicht klappte.
Auf den Begleitritten wurden folgende Ergebnisse erzielt:
Der 80 Kilometer Ritt wurde von Angelika Bruckner mit Abou Aichan und Barbara Vetterl mit Maheeba (Best Condition) zeitgleich gewonnen. Die 60 Kilometer konnte Rebekka Brückmann mit Dahabi für sich entscheiden.
Die 40 Kilometerstrecke konnte sensationell von dem erst 13 jährigen Collin Kellenberger, der erst im Mai seinen ersten Einführungsritt an selber Stelle absolviert hat, gewonnen werden. Auch der 39 Kilometer lange Einführungsritt konnte von den Teilnehmern erfolgreich beendet werden.
Ein ganz großer Dank geht an alle Helfer und Offiziellen, die mit großem Sachverstand und besten Zufriedenheit ihren jeweiligen Auftrag durchgeführt hatten.
Den zweiten Platz im Bayern-Cup errang Günther Zeußel mit Titan, obwohl er im Mindeltal leer ausging. Er hatte genügend Punkte aus den bisherigen Ritten mitgebracht, sodass ihm niemand den zweiten Platz streitig machen konnte.
Insgesamt waren alle sehr zufrieden. Die Veranstalter hatten sich richtig ins Zeug gelegt und bei der Siegerehrung noch mal richtig aufgetrumpft. Die große Feier und auch die Verpflegung aller Teilnehmer fand in einer beheizten Waschhalle der Firma Aumann und Sohn Holzbau statt. Zunächst begleiteten die Musikanten aus Ziemetshausen die Ehrung aller erfolgreichen Reiterinnen und Reiter. Die neue Bayerische Meisterin wurde mit der Bayern-Hymne gebührend empfangen. Alle Teilnehmer erhielten schöne und brauchbare Ehrenpreise, die ersten drei der Bayerischen Meisterschaft durften sich jeweils über einen Casco Reithelm New Master freuen. Ehrenpreise kamen auch noch von der Firma Christ Lammfelle. Hier ein großer Dank an alle Sponsoren, ohne deren Unterstützung eine solche Veranstaltung nicht durchführbar wäre.
Nach der Siegerehrung ging die Party erst richtig los, denn die Rockgruppe MISSION ROCKN ROLL heizte alle so richtig ein.
Am nächsten Tag folgte noch die Transportfreigabe und anschließend leerte sich der Veranstaltungsort zunehmend.
Zurück blieben „ausgepowerte“, aber sehr zufriedenen Veranstalter, die sich bereits schon wieder für das nächste Jahr Gedanken machten; denn wie heißt es so schön: „Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung“.
Wir wünschen dem Team um Ulrike und Josef Rauner fruchtbare Ideen für 2009, aber eins ist auch klar – Veranstaltungen auf diesem hohen Niveau sind kaum zu toppen!
Es grüßt aus dem Bayerischen Wald
Detlef Hähnel
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