VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


16. Herbstlaub-Distanz in Bürstadt 06.10.2008

Zahlreiche Premieren gab es bei der 16. Herbstlaub Distanz. Der Pferdesportverein Bürstadt e.V. bot vom 19. bis zum 21. September wieder zahlreiche Distanzwettbewerbe an. So hatten sie neben den sonst angebotenen 40 und 61 Kilometer langen Distanzritten erstmalig auch eine lange Distanz über 81 und einen Einführungsritt über 32 Kilometer angeboten. Geritten wurde wieder durch die reizvolle Landschaft rund um Bürstadt. Mal als schmaler Reiterpfad in dichtem Eichenwald, mal als breitsandige Allee durch lichte Kiefernwälder oder am Damm entlang. Die Strecke ließ jedes Reiterherz höher schlagen. Besonders, dass keine Runde doppelt geritten werden musste, wie sonst häufig der Fall, wurde von allen Seiten sehr gelobt. Erstmalig hatten die Veranstalter die Strecke markiert, die sonst nur nach Karte geritten wurde, sodass die Landschaft noch besser genossen werden konnte. Die Strecke führte fernab von Dörfern und Städten durch die Wälder und Felder der Gegend. In den Wäldern kennzeichneten rot-weiße Flatterbänder den Reitern den Weg, während man außerhalb auf Sprühfarbe achten musste. Diese Kombination führte dazu, dass sich niemand verritt und so am Ende alle zufrieden waren und die trotzdem an alle ausgehändigte Karte nur für den absoluten Notfall blieb, der aber nicht eintrat. Der Hauptstopp war auch dieses Mal wieder in Lorsch auf dem Gelände des Reitvereins. Dort hatten die 32 und 40 Kilometerreiter eine 30 minütige Pause, während die 61 und 81 Kilometerreiter dort 45 Minuten verbringen durften. Dort wurden die Pferde von den Tierärzten gründlich untersucht und es wurde entschieden, ob sie sich weiterqualifiziert haben. Dabei wird besonderer Wert auf den Gang und den Puls gelegt. Doch auch Darmgeräusche, der Feuchtigkeitsgehalt im Pferd und andere Parameter werden geprüft. Nur wenn alle Parameter in Ordnung sind, hat das Pferd sich weiterqualifiziert und darf wieder auf die Strecke.
Insgesamt waren 49 Teilnehmer zur Herbstlaub Distanz angereist. Besonders der Einführungsritt war gut besucht. Hier nutzten viele die Möglichkeit ihre jungen Pferde schonend ans Distanzreiten heranzubringen. Viele Teilnehmer kamen aus der näheren Umgebung der Veranstaltung, doch auch weitere Anfahrten gab es. Ebenso gab es eine Vielzahl von Rassen zu sehen, da das Motto beim Distanzreiten „alle Pferde, alle Reiter“ ist. Zwar sind Vollblutaraber die vorherrschende Rasse, doch vom Ticolino über den „Hessen“ Alraune bis hin zum Shetland-Welsh-Mix gab es zahlreiche Rassen zu sehen. Doch am Ende sollten viele Traber die Nase vorn haben.
Der Einführungsritt über 32 Kilometer wurde in Leistungsklassen gewertet, sodass es hier am Ende keine Platzierungen gab. Eine Wertung, die bewusst gewählt wurde, da solche Ritte an das Distanzreiten heranführen und auf längere Strecken vorbereiten sollen. Dadurch steht der Wettkampfgedanke im Hintergrund.
Bei der 40 Kilometerdistanz gewann Christine Schaab auf dem Traber Seattle Supersonic mit einem Vorsprung von 15 Minuten vor Britta Schmitt auf der Hessin Alraune zusammen mit Stephanie Helfrich auf dem Westfalenwallach Ramiro.
Auf der 61 Kilometer langen Strecke gewann überraschend Klaus Wulf auf der Traberstute Outlaw vor der international erfahrenen Distanzreiterin Melanie Arnold, die mit der Anglo-Araberstute Jestime bei den Weltmeisterschaften in Terengganu Malaysia starten soll. Sie belegte mit einem Rückstand von vier Minuten Platz zwei. Auch Platz drei war eine Reiterin, die ebenfalls internationale Erfahrung aufweisen kann zu finden. Annette Nothaft hatte die Trakhenerstute Horstess geritten.
Die 81 Kilometer Distanz hatte gleich drei Sieger. So war eine Dreiergruppe von Anfang an zusammen geritten und am Ende Hand in Hand ins Ziel gegangen. Unterwegs hatte man sich gegenseitig geholfen und aufeinander gewartet. Daher verteilte der Veranstalter dreimal den ersten Platz an Michaela Pressler mit dem Ticolinowallach Gentle, Christiane Schiele mit der Traberstute Penthi und Bert Fichtel mit dem Araberhengst Kimbal. Am nächsten Tag konnte sich Bert Fichtel neben dem Sieg zusätzlich noch über den Preis für die beste Kondition freuen, da Kimbal am Tag nach dem Wettkampf sich den Tierärzten präsentierte, als ob er überhaupt nicht gelaufen war.
So ging eine schöne Veranstaltung mit einer sehr guten Stimmung zu Ende, bei der sich sogar das Wetter von seiner besten Seite zeigte. Es war trocken und sonnig – aber nicht zu warm – also ideal zum Distanzreiten.