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Distanzreiten allgemein

Foto: Manuela Liedel

Das Überwinden langer Strecken zu Pferd oder mit der Hilfe von Pferden ist so alt, wie Pferde selber zu meist kriegerischen Zwecken eingesetzt wurden.
Mit den Befreiungskriegen in Nordamerika Ende des 19. Jahrhunderts bekam das Pferd eine neue Bedeutung durch eine veränderte militärische Taktik. Erstmals wurden einzelne Heeresverbände eingesetzt, die mehr oder wenig eigenständig operierten. Meldungen mussten schnell und sicher zwischen den Verbänden überbracht werden. Dazu wurden erstmals sog. „Meldereiter“ eingesetzt. Ihr Ziel war es, eine Information auf alle Fälle ihrem Empfänger zu überbringen, „Ankommen ist gewonnen!“.
Schon damals entwickelten sich Grundsätze und Erkenntnisse, die bis heute in den modernen Distanzsport einfließen.

Während die ersten langen Distanzrennen Anfang des 20. Jahrhunderts vorzugsweise von Offizieren des militärischen Korps ausgeführt wurden, entwickelte sich in den 60iger Jahren in Amerika langsam der moderne Distanzsport.
Der „Tevis Cup“, ein legendäres Distanzrennen auf den Spuren des berühmten „Pony Express“ über 160 km wurde 1955 zum ersten Mal durchgeführt. Parallel dazu entstanden die ersten Veranstaltungen rund um den Globus, vor allem in Nord Amerika und Europa. Relativ spät fanden sich in Deutschland 1969 eine Handvoll Enthusiasten zusammen und ritten die ersten 50 km in Ankum. 1976 wurde der Verein Deutscher Distanzreiter und -fahrer e.V. (VDD) gegründet, tierärztliche Untersuchungen der Pferde bekamen zunehmende Bedeutung.

1986 fanden die erste Weltmeisterschaften statt. Distanzreiten wurde Volldisziplin der FEI. Mittlerweile ist Distanzreiten nach dem Springen weltweit, die im Augenblick am meisten prosperierende Pferdesportart. Einige Länder aus Middle East bringen bedeutende finanzielle Mittel in den Sport, was letztendlich auch die Zucht von Distanzpferden unterstützt.

Distanzreiten befindet sich in Deutschland auf dem besten Weg, ein attraktive Alternative zu den traditionellen Pferdesportarten zu werden. Zunehmende Mitgliederzahlen, zunehmendes Interesse der Medien und ständige Verbesserungen der bundesweiten Veranstaltungen sind deutliche Indikatoren für diese Entwicklung.

Zu den Pferden:

Grundsätzlich gilt für den Distanzsport: „Alle Pferde, alle Reiter“. Die breite Palette verschiedener Streckenlängen und Schwierigkeitsgrade, lassen den individuellen Anforderungen der Teilnehmer weiten Spielraum. Distanzritte sind Wettbewerbe gegen die Zeit, gewonnen hat derjenige, der als erster mit einem gesunden Pferd das Ziel erreicht.

Grundsätzlich gilt, je länger die Strecke, desto schwieriger. In den letzten Jahrzehnten haben sich für die besonders langen und schnellen Wettbewerbe Pferde mit hohen arabischen Blutanteil weltweit durch ihre Erfolge qualifiziert.

Distanzpferde gleich welcher Schwierigkeitsgrade müssen kerngesund, rittig und nervenstark sein. Die enormen Anstrengungen verlangen zwingend eine solide Grundausbildung und ein seriöses Training. Schwächen in Gebäude, Nervenkostüm, Metabolik oder aber auch in der Ausrüstung werden schonungslos offengelegt.
Während sich in unseren Nachbarländern, allen voran Frankreich und Spanien, Distanzreiten in der Breite längst etabliert hat, verkennen bundesdeutsche Traditionsreiter oftmals, dass distanzreiten höchste Anforderungen stellt und damit erfolgreiche Distanzpferde maßgeblich zur Zuchtauswahl beitragen.
Mehrere bundesdeutsche Zuchtverbände haben die Hengst- und Stutenleistungsprüfungen über das Distanzreiten anerkannt.

Doping:

Der Verein Deutscher Distanzreiter e.V. stellt sich strikt gegen eine unerlaubte Medikation der Pferde (Doping). Doping von Pferden, sei es im Training oder in Wettbewerben, ist ein unzulässiger, unsportlicher und höchst verantwortungsloser Eingriff in die gesunde und natürliche Leitungsfähigkeit der Tiere. Der VDD tritt dafür ein, bei nachgewiesenem Doping strikt und unnachgiebig spürbare Konsequenzen für die verantwortlichen Personen durchzusetzen.