VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


Einhorn Distanz (Juni 2006)

Für mich war es eine ganz spontane Entscheidung, zu Veronique und ihrer Einhorn-Distanz in das kleine Dorf Großharrie in Schleswig-Holstein zu fahren.
Da ich morgens aus dem Nachtdienst kam und „Elli“ erst am Wochenende zuvor in Dänemark gelaufen war beschloss ich, einen kurzen Ritt über 52 km zu machen.

Schön und als sehr angenehm empfand ich die kurze Anfahrtzeit. Endlich mal ein Ritt vor meiner „Haustür“.
Im „Handgepäck“ hatte ich ebenso spontan meine kleine Freundin Carolin (15 Jahre) mit ihrer Stute „Jessica“, die bisher sehr erfolgreich auf Vielseitigkeitsturnieren abgeschnitten hat.

Nun denn, am Pfingstsonntag auf dem Moorhof angekommen, wurden wir von Veronique freudig empfangen. Sie hatte sich sehr sehr viel Mühe gegeben und alles mit sehr viel Liebe vorbereitet, ob es die Außenanlage war, das Frühstück/Abendbrot oder die originellen Pokale bei der Siegerehrung. Auch die Streckenkarte und die Markierung der Strecke waren vorbildlich.
Ich habe viele bekannte Gesichter getroffen, aber auch viele neue. Schade nur, dass sich so wenig Reiter/Fahrer gemeldet haben (gesamt 25).

Lag es an Pfingsten oder daran, dass viele Veranstaltungen aufeinander folgten, wer weiß. Veronique würde sich im nächsten Jahr bestimmt über mehr Teilnehmer freuen.
Ein paar kleine Verbesserungsvorschläge hat sie von mir dankend angenommen, damit auch Reiter ohne Tross starten können oder Kinder heil mit „Mann und Maus“ über die Strasse kommen. Ich habe ihr auch vorgeschlagen, in der Stadt eine Schrittstrecke für alle Reiter anzulegen, damit die Pferde nicht die ganze Zeit auf Asphalt traben müssen und die Anwohner sich beschweren, wenn so viele Reiter durch die Stadt reiten.

Meine Mitreiterin ist mit ihrem Pferd „Jessica“ in der Pause nach 40 km leider aus der Wertung genommen worden. „Jessica“ tickte und bevor sie lahmgeht, hat „Dr. Blanki“ sie rausgenommen. Aber dafür haben wir ja schließlich unsere Tierärzte.

Kurz bevor ich nun auf die letzten 16 km starten wollte, kam Veronique und die Mutter einer 10-jährigen Tochter zu mir und fragten mich, ob ich ihre kleine Tochter auf der letzten Runde mitnehmen würde, da das Pferd der Mutter lahmging und die kleine Katharina nicht allein weiterreiten durfte. Obwohl Katharina schon abgesattelt hatte und ihr Pferd schon ihre große Pause genoss, war es für mich selbstverständlich, die Kleine mitzunehmen. So wurden aus den Tränen plötzlich Freudentränen.

Ich habe das Tempo etwas zurückgenommen, damit wir beide heil ins Ziel ankamen. Da Katharina noch nie zuvor mit einer fremden Person auf einem Distanzritt gestartet war, war sie am Anfang sehr aufgeregt, doch sie hat alles sehr gut gemeistert. Nur als ein Autofahrer direkt neben ihr hupte und das Pferd etwas scheute, bekam sie einen großen Schreck. Da sie so klein war und nicht allein in die Bügel kam, half ich ihr wieder auf ihr Pferd.
Wir gingen danach eine ganze Weite Schritt, damit sich beide wieder beruhigen konnten. Eine gute Platzierung oder sogar der Sieg waren für mich in diesem Moment egal. Umso mehr freuten wir uns, Katharina mehr als ich, als wir beide Hand in Hand ins Ziel einritten! Von der Mutter erhielt ich dann als Dank Kuchen und eine Flasche Wein. Da ich denke, dass die Kinder unsere Zukunft sind, ist es die Hauptsache, sie haben Spaß an der Sache.

Auch wenn man ruhig reitet und noch Hilfe bekommt, kann man eine gute Platzierung erreichen. Diese Erkenntnis hat Katharine an diesem Wochenende mit nach Hause genommen!
Alles in allem eine gelungene Veranstaltung und ich freue mich auf das nächste Mal!

Kirsten Baginski