Eichwald-Distanz (Oktober 2005)
Kann man mitten im siebtgrößten Ballungsgebiet Deutschlands einen Distanzritt veranstalten? Man kann, wenn man wie Sabine Bartmann und Andrea Ehret einen großen Reitstall mit umliegendem Reitwegenetz als Plattform gewinnt.
Die Eichwald-Distanz über 30 Kilometer lief in diesem Jahr zum zweiten Mal im Rhein-Neckar-Dreieck zwischen Mannheim und Heidelberg. Stall Erny heißt die Basis, von welcher aus die beiden Veranstalterinnen zwei Loops von jeweils etwa 15 Kilometern in die Rheinebene legten.
Klar, die größte Erhebung bestand in der zu überquerenden Eisenbahnbrücke, aber vom Geläuf war über tiefen Sand, Wiesenwege und befestigte Feldwege für jeden Geschmack etwas dabei. Zumindest von außen durfte man auch an der Strecke die Galopprennbahn Mannheim-Seckenheim bestaunen. Der Reitstall, in welchem 60 Einsteller aufgestallt sind, bot über Paddocks, Boxen und Abreiteplatz auch sonst alles Erforderliche.
Die entspannten Organisatoren und die gelassen routinierte Tierärztin Silke Zuck schufen genau die gute Stimmung und herzliche Atmosphäre, um welche wir die Bayern vor 3 Wochen in Falkenstein noch beneidet hatten. Zum Ende der Saison sah man noch jede Menge neue Gesichter, ein guter Teil davon aus dem Stall am Veranstaltungsort. Und so darf man hoffen, dass hier zumindest im Ansatz der Brückenschlag zwischen der klassischen Reiterei und den Distanzlern gelungen ist. Natürlich tauchten auch die lokalen Cracks auf und gaben Gas. Christine Schaab mit Seattle Supersonic absolvierte die Strecke in 91 Minuten und markierte die Bestzeit. Insgesamt 9 der 36 Starter unterboten Tempo 3,5, aber lediglich 2 Teilnehmer mussten durch die Tierärzte eliminiert werden.
Fazit: Prima Organistation und Infrastruktur, relaxte Stimmung, nach Nebel schönes Wetter und schnelle, aber verantwortungsvolle Reiter. Bleibt nur der Wunsch: Bitte mehr davon im nächsten Jahr!
Frank Schroeder