VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


Durch das Land der Rappen (Mai 2004)

Von 19 Nennern starteten nur 13.
Von der Stammbesetzung der vergangenen Jahre waren nur noch 2 Pferde dabei.
Der Schichtwechsel zu einer neuen Generation bringt ein Defizit an Erfahrung in die Veranstaltungen. Wohl deshalb die neuerdings hohen Nennausfälle im Vorfeld.
Entweder ist es überzogenes Training, Kraftfuttersteigerung oder kurzfristiger Beschlag.

Selten fällt der Startwillige aus. Die sicheren Routiniers haben noch keine Nachfolgepferde aufgebaut, weil sie lieber bis zum Ende mit ihren bewährten Cracks starten.
Das verdient auch uneingeschränkte Anerkennung.
So freuten wir uns über El Afdan, der mit 18 Jahren wieder erschien. In seinen besten Jahren lag er mit über 1000 Jahres-Km an Platz 2 des Araberchampionates. White Point ist auch schon 17 Jahre.
Das kleine Starterfeld entwickelte schnell einen familiären Kontakt, der Viola zu einer spontanen Einladung auf ihrer Gartenterasse veranlasste.
Nach dem Ritt gab es eine amüsante Duschpartie. Wahrend in allen 3 Badezimmern geplantscht und “gestailt” wurde, saß die Warteschleife bei Omas fern-geordertem Streuselkuchen in der guten Stube.
Das dauerte an, bis es die Nachsorge für die Pferde forderte. Die sollte erledigt sein ehe es zum Dinner in den Oberlether Krog ging.

Während des Rittes pfiff ein frischer Wind, der den Pferden sehr behagte. Es blieb trocken mit einigen Sonnenabschnitten. Da keiner der Cracks nach vorne ging, blieb das Tempo homogen, obwohl sich die Grüppchen außer Sicht kamen. Auf der halben Strecke verritt sich ein Quartett unwesendlich, so dass sich ein Abstand in der Spitze ergab, der endlich etwas Spannung in das Geschehen brachte. Die Verfolger holten bis zum letzten Stop bis auf wenige Minuten auf.
Der Ausreißer hatte aber noch genügend Reserve um noch einmal etwas zuzulegen. Er kam mit einem sicheren Abstand ohne Eile über die Linie.
Eine Schlussjagd lag in der Luft. Das verfolgende Quartet hätte die 7 Minutendifferenz auf 16km aufgaloppieren können.
Am Platz 1 hätte es für den Verfolgten aber wohl nichts verändert, da er mitgezogen hätte. Unter den Aufgeschlossenen bestand jedenfalls permanente Gefahr für die nötige Regeneration und damit die Eleminierung.
Die Witterung hatte zeitweise schwüle Schübe und war schlecht einzuschätzen. Denn ein zurückhaltend gerittener Vollblutaraber blieb noch im Camp mit zu hohem Puls unter Beobachtung.
Die Nachuntersuchung am Sonntagmorgen begann mit einem Frühstücksbuffet, gespendet und aufgebaut von Viola.
Von Gravet-Lachs bis Quittengelee fehlte nichts, was den Vergleich mit einem Hiltonhotel scheuen musste.
Die von hohen Büschen geschützte Wiese mit den grasenden Pferden bot dagegen ein Umfeld, welches wir gegen Parkett nicht eingetausch hätten.
Kein Pferd lahm.
Eine freundliche Gesellschaft und entspannendes Wochenende.