Trabweg West Maaswald (Mai 2004)
Abgesagt! Die geschätzte Tierärztin Lioba Wagner musste am Morgen der Voruntersuchung ins Krankenhaus. Albtraum jeder Veranstaltungsleitung. Woher sollte so kurzfristig ein Listen-Tierarzt in die Bresche springen? Vom andern Ende der Erdkugel aus Friesland kam die Rettung. Beate Scharfenberg mobilisierte eine Vertretung für ihren Schlachthoftermin und stand pünktlich im Wettermantel verpackt in Tomb. Vor dem beginnenden Regen schlupfte alles was fertig war, in das erweiterete Partyzelt der gastgebenden Pferdepension Lisges, die darin heiße Suppe und Getränke zubereitete. Die Planen flatterten beängstigend und auf die Teke schwappte ab und zu ein Schwall Stauwasser herab.
Angesagt : Wolkenbruchartige Regenfälle. Bei der Voruntersuchung fehlten 13 genannte Pferde. Die Hälfte unentschuldigt, so dass wir nicht wussten, ob ein Verkehrsunfall Hilfe erforderte oder ob wir bis Mitternacht warten sollten. Wir taten letzteres. Gegenüber den früh abtauchenden Gestalten nahmen wir die Verstärkung der Regenfälle war. Mit Besorgnis. Weder den kleinen Zelten noch den Wetterdecken war ein Test dieser Intensität vorausgegangen. Einige stellten das Pferd vorsichtshalber in den Hänger. Es schüttete ununterbrochen bis in den Morgen. Doch um 5Uhr hörte das Getrommel auf den Dächern auf, tatsächlich gänzlich auf! Unglaublich, aber während der nun anlaufenden Veranstaltung fiel bis zu deren Ende am Sonntag, kein Tropfen Regen, während es in den Heimatgemeinden nur so goss!
30 Reiterinnen – dabei ein paar verirrte Reiter – schritten zum Start und trabten den führenden Ortsansässigen hinterher. Die schmalen Wege machten ein Überholen der langen Kolonne fragwürdig. Das Tempo war für den Beginn auch flott genug, so dass ein musterhafter Start ohne Hektik und Stau in Erinnerung bleibt. Gegen den früheren Standort des Galgen am “Weißen Stein” verbreiterten sich die Pisten zu Rollbahnen und erste Hoffnungsvolle galoppierten zum Sieg. Wir sahen sie nicht wieder. Das Tempo zog nun allgemein an, und am Dampf, der am Stop in Holland in die Baumwipfel stieg, erkannte jeder, dass dies kein Wanderritt war. Im Naturschutzarreal Mainweg waren die holländischen Reitwegemarkierungen zusätzlich mit Kreppband verdeutlicht, so dass die Ankündigung “Kartenritt” nur als Abschreckung für zu viel Nennwillige Erklärung findet. Unfassbar, dass sich wieder Verritte zutrugen, die wegen der perfekten Reitwegekennzeichnung zu Strafen führen können. Eine Gefährdung weiterer Veranstaltungen.
Auf einer großen Wiese bei Rosendahl erholten sich die Pferde gründlich für den Rückweg. Die einstündige Pause gab einen guten Überblick, wie das Feld lag. Mit einiger Besorgnis erwartete man hier die zeitlich überfälligen Vermissten. Die führenden Gruppen lagen nicht erheblich auseinander. Es kam zu einigen Aufgaben bei dem 60km Stop Takenbenden. Hier enden jedesmal einige Pferde.
Möglicherweise liegt es an der feuchten, wärmeren Atmosphäre, die hier aus dem Feuchtkorridor nach dem trockenen Sandgefilde brodelt.
Hier traf man alle 2km auf Reiterpaare älteren Semesters,die meist verdutzt durchparrierten wenn die verdreckten Distanzreiter entgegen kamen. Es handelte sich um eine Reiterparty der Königin der Niederlande. Offensichtlich ritten die Geladenen mit einer Karte auf dem offiziellen Reitweg. Unser ständiges Stoppen und Grüßen bei 9 Begegnungen schloss eine Jagd auf die vorderen Gruppen völlig aus. So blieb dieser Ritt ohne Sensationen und ohne Überforderungserscheinungen und befriedigte viele, die zum ersten Mal die Lange Strecke bestanden. Bärbel Büchting siegte zusammen mit Christine Manke. Christine siegte schon im Vorjahr. Das Lagerfeuer bei Lisges ist schon Erlebnis. Es schlägt alle Oster-Mai und Walpurgisfeuer. Diesmal brannten 3 Rollwagenladungen holz, so dass man sich nur 30m von den Flammen entfernt trocknen konnte. Alle klammen Klamotten der Regennacht, die rheumatischen Veteranen und feuchten Socken vermischten ihren Dampf mit den Qualm.
Nur 1 Pferd schied in der Nachuntersuchung noch aus.
Nach der vorangegangenen Regennacht waren eigentlich schwerere Rückenmalessen zu erwarten . Ein Pferd soll ganz ungeschützt abgewettert haben. Wir haben es mit einem neuen Generationschub zu tun,dem wir Hilfestellung bei noch mangelnder Erfahrung geben müssen. Ein Ausschreibungsverstoß wurde nicht angezeigt, hätte aber die Plazierung verändert. So etwas schlägt auf die Stimmung. Also Ausrüstungskontrolle 2005.