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Hohenzollern-Distanz (Mai 2004)

Toni Baumann mit der AV-Stute Maleika aus dem Gestüt Sax-Arabians Foto:Ina-Baader







Abenteuer Erstveranstaltung – Stell-Dich-Ein der Araberfans auf der Zollernalb
Der Araber als schnelles Ausdauerpferd par excellence, Distanzreiten als DIE Disziplin, die die Leistungsfähigkeit des arabischen Pferdes am deutlichsten zur Geltung bringt- zwei Tatsachen, die Mitte Mai bei der Hohenzollern-Distanz in Albstadt wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurden.

Die Idee zu dieser Veranstaltung war in Marbach beim Asil-Cup 2003 geboren, als VZAP-Geschäftsführer Klaus G. Beste mit dem AV-Hengst Moneera Seneb von Georg Thierer Distanzluft schnupperte und Walter Letsch sich spontan als Betreuer desselben unentbehrlich machte.
Hierbei hatte er soviel Spass, dass recht schnell der Entschluss gefasst wurde, eine eigene Distanzveranstaltung anzubieten. Das befreundete Züchterehepaar Horst und Edeltraud Blutbacher liess sich von der Begeisterung über das Abenteuer „Erstveranstaltung“ mitreissen und zur tatkräftigen Unterstützung holte man sich die erfahrene Distanzreiterin und -veranstalterin Ina Baader mit ins Boot.
Bei schönstem Wetter bot die auf über 900m gelegene Hochebene rund um Bitz bei Albstadt ideale Bedingungen für eine gelungene Distanzpremiere. So gingen am frühen Morgen insgesamt 90 Reiter auf die 84 respektive 42 Kilometer lange, vorbildlich markierte Strecke, die über langgezogene Trab- und Galopp-Passagen, alpenähnliche Hochflächen und durch frühlingshafte Mischwälder führte. Und wie um die Eignung des arabischen Pferdes für diesen Sport zu unterstreichen waren 83 Prozent der Teilnehmer „arabisch“ beritten.
Am 84-Kilometer-Ritt nahmen mit dem von Dr. Ulrike Weckenmann gezogenen Schimmelhengst Quadir ibn Masri unter Jan Duvenhorst sowie dem russisch gezogenen Vatican-Sohn Pavatic unter Wolfgang Jedele gleich zwei vom VZAP mit Silberschleifen ausgezeichnete arabische Vollbluthengste teil. Das Gestüt Karolinenhof war sogar gleich mit fünf Pferden angereist und stellte hier zum ersten Mal den Körungssieger von Aachen, LM Fellini, in dieser Disziplin vor.
Geritten wurde der schicke Fuchshengst von seinem Besitzer Wolfgang Isemann. Claudia Jung führte das Team sicher über die Strecke, während ihr Mann Dr. Niko Jung es sich nicht nehmen liess, die Reiter vorbildlich zu betreuen.
Die hervorragende Eignung von ehemaligen Rennpferden als Distanzpferde stellte zudem der Fuchshengst Anubis von Birgit Dörflinger unter Trainerin Astrid Becker unter Beweis.
Der erst Sechsjährige gab auf der Hohenzollern-Distanz sein Debüt im Distanzsport.

Zugleich war der Ritt ein Stell-Dich-Ein der Araberzüchter. Georg Thierer vom Asil-Araber- Gestüt Moneera in Bad Schönborn, der selbst mit über 70 Jahren das aktive Distanzreiten für sich entdeckt hat, hatte sich spontan als Helfer angeboten. Auch Helma Müller vom Gestüt El Naarah, Mönsheim, wollte es sich nicht entgehen lassen, diese Veranstaltung helfend zu unterstützen.
Claudia und Niko Jung, die auf dem Karolinenhof bei Bad Waldsee spanische Vollblutaraber züchten, nahmen zusammen mit ihrer Tochter Anna-Halina den Distanzritt als Familienveranstaltung wahr. Toni Baumann von der Kauber-Platte, der bereits beim Arabian-Cup in Viernheim am Start war, sattelte hier die typvolle und sehr weibliche Bagdad-Tochter Maleika aus dem Gestüt Sax-Arabians.
Einen tollen Erfolg bescherte der Veranstalterfamilie Horst Blutbacher schliesslich die aus ihrem Gestüt stammende AV-Schimmelstute Lady, die unter Kerstin Nell einen hervorragenden dritten Platz auf der 84 Kilometer-Strecke verbuchen konnte.
Gewonnen wurde der lange Ritt in der rasanten Zeit von 257 Minuten von Ines Liskow auf dem Vollblutaraber JKB Masoud vom Gestüt El Naarah und Dagmar Dürr-Hautzenröder auf dem Traber Herliga aus dem Trainingsstall von Peter Hildenbrand, die damit in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 19 Stundenkilometern unterwgs waren!. Auf der 42 Kilometer-Strecke ging der Sieg an den Vollblutaraber Sharoum mit Christa Hauser im Sattel, der im Schnitt sogar 22,5 Stundenkilometer auf den “Tacho” brachte.
Ganz im Sinne der Veranstaltung stand auch der nachmittägliche Besuch im Gestüt der Familie Blutbacher. Zahlreiche Interessierte bestaunten die Vollblutaraber und ließen sich von Horst Blutbacher über Abstammung und Erfolge seiner Juwelen informieren.
Unter anderem steht in diesem Gestüt mit Basara Saiyana M eine Worldchampionesse sowie deren Sohn BS Specific , der im letzten Jahr vom VZAP mit einer Goldschleife ausgezeichnet wurde.
Unterdessen hielten Elisabeth und Walter Letsch die Stellung auf der grosszügigen Reitanlage “Süsser Grund”, die freundlicherweise als Camp, Start- und Zielplatz zur Verfügung gestellt wurde, waren immer zentraler Ansprechpartner und erlebten hautnah was es heisst, Veranstalter zu sein.
Am nächtlichen Lagerfeuer klang eine erfolgreiche Erstveranstaltung aus und es wurde der Hoffnung Ausdruck gemacht, dass es nicht bei der Premiere bleibt, sondern dass man sich im nächsten Jahr an gleicher Stelle wieder trifft.

Katja Nicklaus