Silberstern-Distanz in Stuhr (März 2004)
Nach vielen Hin und Her, einigen Terminabsprachen, Terminabsagen etc. entschied ich, als Distanzneuling, mir den Silberstern-Ritt am Samstag in Stuhr anzusehen.
Giesela schickte mir eine perfekte Anfahrtsbeschreibung und Dr. Sabine Pfaff empfing mich auf dem Anhängerparkplatz mit ihrem Geländewagen.
Wir hatten uns über das Distanzforum kennen gelernt und sie war bereit, mir alles nötige zu erklären und zu zeigen.
Um kurz vor 8.00 Uhr trafen wir also, bei frostigem, sonnigem Frühlingswetter, auf der Ranch ein. Auf dem Weg dorthin hatten wir schon einige Pferde überholt. Erst später erfuhren wir, dass es sich um Hamilton mit Conny Koller und unter anderem den grossen Wapiti handelte. Hamilton schien es nicht abwarten zu können!!
Auf dem Anhängerplatz konnten wir die Vorbereitungen zweier Warendorfer Vollblüter beobachten, welche ebenfalls voller Tatendrang erschienen. Diese zwei sollten wir heute noch häufiger wiedersehen. Der Start ging unscheinbar über die Bühne und die Warendorfer waren schon davon, als erst langsam von hinten einige Araberhengste folgten. Sabine bugsierte mich ins Auto und wir fuhren zur ersten Strassenüberquerung. Kaum dort angekommen, trabten auch schon die ersten Teilnehmer vorbei. Wieder die Warendorfer, dann kurz danach der riesengroße Braune mit seinem Schimmelkollegen (Kollegin?). Dann eine ganze Zeit nichts…., dann ein weisser Traber, etc.
Kopfschüttelnd nahm ich das hohe Tempo der ersten Reiter zur Kenntnis. “In diesem Tempo wollen die 120 km reiten?” Mir als Laien kam es unfassbar vor!!
Wieder ins Auto, nächste Strassenüberquerung ansteuern. Der erste Trupp war schon vorbei und wir hatten Muße, die Orlow-Traberin zu begutachten. Gleichmässiges Tempo, wie ein Uhrwerk. Es gefiel mit gut. Von allen Seiten wurden mir Erklärungen zu Training, Reitweisen etc. gegeben. Jeder war gerne bereit, mir meine Fragen zu beantworten. Vielen Dank noch einmal!
Von dort aus sind wir wieder zur Ranch gefahren, um die ersten Pferde bei der Untersuchung zu beobachten. Es schien einige Verwirrung auszulösen, ab wo die Zeit gestoppt wurde und wie die erste Untersuchung auszusehen hatte. Wer darf wo stehen? Wer darf wo sein Pferd ausruhen lassen? Dann die Nachricht: 15 Minuten Pause. Auch das löste einige Verwunderung aus. Nur 15 Minuten bei einem 120km-Ritt? Mir waren die Aussagen diverser Zuschauer eh ein Buch mit 7 Siegeln, aber es war festzustellen, dass die Pausenzeiten hier und da von den Reitern ein wenig verlängert wurden.
Ab da habe ich mich von Sabine verabschiedet und bin hinter einem anderen Trossfahrzeuge her gefahren. Und schon konnte ich lernen, wie man die Karte lesen muss und wann man wo stehen sollte (und vor allen Dingen wo nicht). Wir zockelten also bei schönstem Wetter hinter dem Tross von Heike Jacobi und Gardosch her und lernten dabei, dass auch ruhiges Reiten zum Ziel führt. Die Reitwege waren herrlich und mich überkam die große Sehnsucht, meinen „Wilden“ hier auch einmal reiten zu dürfen.
Es überraschte mich immer wieder, wie leichtfüssig die Pferde auch nach 60 km immer noch aussahen und als wir mit Gardosch die 2. Etappe hinter uns hatten (30 Minuten Pause) und Heike wieder loszockelte, kam der erste Trupp schon von Runde 3 zurück zur Ranch. Den Pferden konnte man die Belastung nun aber ansehen. Es war 14.15 Uhr und sie hatten 90 km hinter sich. Nun konnte man erkennen, dass es schwerer fiel, den Puls wieder auf die geforderten 64 Schläge herunter zu bekommen. Und die wollten noch weitere 30 km reiten?
Leider rief mich die Pflicht nach Hause, so dass ich den Zieleinlauf nicht mehr verfolgen konnte. Die Ergebnisse konnte ich mir jedoch über das Internet abrufen, so dass ich letztendlich doch noch auf dem Laufenden war.
Mir sind einige sehr schöne und nicht so schöne Momente in Erinnerung geblieben. Über das Distanzreiten habe ich viel erfahren, muss aber feststellen: “Ich weiss, dass ich nichts weiss”. Bestimmte Beispiele werde ich unter “gesehen und für nicht empfehlenswert befunden” ablegen, aber einige werde ich als Vorbilder im Kopf behalten. Und im Herbst bin ich hoffentlich selber dabei, aber keinesfalls auf 120 km….
Marion Matuszewski