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2. Distanzritt Westliche Wälder (August 2005)









Endlich mal ein 2-Tages-Ritt in Bayern! Natürlich wollten wir da unbedingt mit! Also nichts wie auf nach Baiershofen zu Ingmar.

Zugleich fand an diesem Wochenende dort ein großes Reitturnier mit Prüfungen bis in die höchsten Klassen statt. Dementsprechend war auch der ganze Ort herausgeputzt und der Turnierplatz war nicht schwer zu finden. Allerdings schickte uns ein normaler Turnierreiter dort dann am Platz vorbei (den Wiesenberg wären wir mit unserem tiefergelegten Laguna und Hänger sowieso nicht hinaufgekommen) und ins Gelände. Weit und breit waren keine Paddocks in Sicht. Aber was mit Pferd geht, sollte mit Auto auch funktionieren – Kalkpunkte verfolgen.

Und siehe da, nach einer Runde um den Hügel waren wir am Ziel.

Vor uns eine wunderschöne große Wiese mit hohem fetten Gras. Wo gibt es schon solche Paddockplätze! Die Voruntersuchung war ohne langes Anstehen auf einem schönen Reitplatz gleich erledigt.

Bei der Vorbesprechung eine Neuheit: Die Strecke musste mit bereitgestellten Leuchtstiften selbst in die Karten eingezeichnet werden. Nötig wurde dies, da kurz vor dem Ritt die zuständige Forstbehörde nur noch LKW-befahrbare Wege für den Ritt freigeben wollte und die Strecke kurzfristig umgelegt werden musste. Dadurch kamen dann auch die Abweichungen in den Kilometerangaben zustande. Dies führte zu einigem Unmut bei den Teilnehmern.

Aber mal ehrlich, geschadet hat es niemanden, denn durch das eigene Einzeichnen und die dadurch intensivere Beschäftigung mit der Strecke bei der Vorbesprechung verritten sich wesentlich weniger Teilnehmer als bei so manch anderen Ritten! Außerdem war die Strecke noch dazu so toll markiert, dass selbst der nächtliche Regen keinen Schaden anrichten konnte. Weithin sichtbar leuchteten einem die Kalkpunkte entgegen, die Bestätigungspunkte waren schon beim Abbiegen gut zu sehen und gefährliche Stellen und Schnittpunkte der Strecke waren mit roter Sprühfarbe gut sichtbar zusätzlich markiert, beschriftet und die zu reitende Richtung angegeben. Die Karte war so gut wie überflüssig.

Was die zusätzlichen Kilometer angeht worüber sich doch so mancher aufgeregt hat: Es sollten doch alle Pferde auch am Ziel noch fähig sein weitere 20 km unbeschadet zu laufen. Da dürften doch dann so ein paar uneingeplante Kilometer mehr wohl kein Problem darstellen!

Wenn einer sagt, sein Pferd wäre dafür nicht trainiert gewesen so frage ich mich, wie er das sonst handhabt: Genau auf den Kilometer trainieren und das arme Tier dann bis zum Limit fordern? Ohne Reserven? Wenn er sich mal verreitet gibt er dann auf weil er sonst mehr Kilometer zusammenbekommt? Außerdem könnte man ja auch das Tempo etwas zurücknehmen um ein paar Kilometer mehr unbeschadet zu überstehen.

Die Strecke war wirklich sehr schön zu reiten, mit toller Aussicht und abwechslungsreich. Die Helfer und Tierärzte waren kompetent und gut gelaunt, das Wetter passte hervorragend und wir und viele andere auch genossen jeden Kilometer dieser 2 Tage.

Während der ganzen Veranstaltung war in der Festhalle am Turnierplatz für das leibliche Wohl bestens gesorgt, am Vorabend des Rittes sogar mit Musik und tagsüber konnte man noch dazu hochkarätige Springprüfungen mitverfolgen.

Bei der Siegerehrung des MDR am Samstag gab es mal wieder 2 Erstplazierte. Die Teilung des Ehrenpreises stellte aber für Ingmar keine Schwierigkeit dar – Es bekam jeder Sieger eine tolle Pferdedecke mit Extrabestickung: Distanzritt westliche Wälder – 1.Platz.

“Da wird wohl der Sieger am Sonntag dafür etwas Anderes bekommen müssen.” kam so manchem in den Sinn.

Aber weit gefehlt, Ingmar konnte auch am Sonntag wieder mit diesem tollen Ehrenpreis für den Sieger aufwarten. Mit wie viel Siegern hat er denn gerechnet, oder hat er fleißige Helfer die ganze Nacht lang sticken lassen? Auch die weiteren Platzierten hatten eine große Auswahl an schönen Ehrenpreisen.

Dafür, dass es immerhin erst die 2. Veranstaltung dieses Rittes war – letztes Jahr gab es einen Einführungsritt – ist doch alles echt gut gewesen und wir wünschen uns eine Wiederholung für 2006.

Dazu sollten wir Ingmar aber noch gut zureden, denn nach so manchen bösen Worten einiger Teilnehmer und deren Begleitern war Ingmar teilweise nahe daran, das Handtuch zu werfen.

Überhaupt scheint manchen Teilnehmern nicht klar zu sein, dass wir es dem Einsatz und Idealismus von ein paar einzelnen Personen, Veranstaltern wie Helfern, zu verdanken haben, dass wir unseren schönen Sport überhaupt ausüben können. Niemand muss für uns einen Ritt veranstalten und wenn es doch so manche tun, sollten wir deren Arbeit Respekt zollen und sie anerkennen anstatt nur zu meckern und uns zu beschweren.

Dies wäre nicht der erste Ritt, der wieder von der Bildfläche verschwindet, weil ein paar Teilnehmer dem Veranstalter die Freude daran vermiesen!

Es steht jedem, dem es nicht gefallen hat, frei, nächstes Jahr zu Hause zu bleiben – und vielleicht selber mal einen Ritt zu organisieren, damit er mal merkt, was da so alles daran hängt außer ein paar Kalkpunkte zu streuen und jedem eine Karte in die Hand zu drücken – doch ich bin mir sicher, dass es auch sehr viele waren, die an diesem Wochenende ihren Spaß und ihre Freude gehabt haben und sehr gerne wieder kommen würden.

Wir gehören auf alle Fälle dazu!

Carmen Ganzenmüller