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Südheide (März 2004)

Die Sieger über 90 km ©Conny-Koller


Tammy Steinke mit Born to be Wild im Stopp bei km 80 ©Conny-Koller


Sian Griffiths mit Siddih du Vivarais ©Conny-Koller


Im Stopp bei km 62 kam der Schnee... ©Conny-Koller


Die Spitzengruppe nach 104 km im Ziel ©Conny-Koller



Mittwoch. Traumhaftes Reitwetter, toller Boden. Donnerstag der Blick aus dem Fenster. Hilfe! Was ist das denn!!! Fast -10°C.

Bei Angelbecks klingelte das Handy heiss. Ist der Boden offen? Wie arg gefroren? Geduldige Auskünfte. Argwöhnische Beobachtung des Wetterberichts. Ja? Oder nein? Vielleicht?

Die Südheide war Poker wie immer. Für Veranstalter und Reiter. Die Wetteraussichten? Frost. Klare Nächte. Der Boden durchwachsen. Dennoch sagten nur wenige ab und kamen lieber zu Fuß. Die Saison ist ja noch so lang…

Die Südheide wird immer flott geritten. Auch diesmal. Doch in jedem Stopp änderte sich die Reihenfolge, viele beendeten den Ritt früher in der Wertung.

War der Boden bis zum Stopp bei km 62 noch durchwachsen, so begann es nun leicht zu schneien.
Aus den einzelnen Flocken wurde ein mittelprächtiges Schneegestöber, der Schnee blieb auf dem gefrornen Boden ein paar Millimeter liegen.
Genau ausreichend, um die nun folgende, ohnehin schon unendlich lang erscheinende, weil nur geradeaus führende Etappe anstrengend werden zu lassen. Die gefrorenen Fahrspuren wurden rutschig, die grossen Pfützen unter der weißen Puderschicht nur noch schwer zu erkennen. Slalom im Trab.
Im Schritt reichte der Schnee, um in den Beschlägen aufzustollen. Grips sind eben doch eine gute Investition. Dementsprechend auch die Gesichter der Reiter im Stopp bei km 80, der nicht mehr in Rebberlah, sondern ein paar Kilometer früher in den Wald gelegt wurde. Genervt, angestrengt. Pferde und Reiter froren und zitterten, die Helfer erst recht. Viele sattelten hier ab und sparten sich das letzte Stück.
Der Rest schaute, dass er schnell nach Hause ins Warme kam.

Die Sieger der 103 km ritten nebeneinander im Schritt ins Ziel: Tanja Prieler mit Ortega, Tanja Wachsmuth auf Nadja (Best Condition) und Lutz Belzer auf dem Riesen Wapiti.

Auf den 92 km hatten Dirk Frenzel mit Kelim, Andrea Striegler auf Hanane und Gaby Jacobi mit Etalan (Best Condition) die Nase vorne.

Alleine siegte auf den 62 km Martin Herrmann auf Whitney Aurea – Best Condition ging hier an Koral unter Verena Lepthin, bei den Fahrern rannte Tara mit Claus Oeding konkurrenzlos ins Ziel.

Groß die Erleichterung. Zuhause. Anstrengend war\’s. Und kalt. Aber trotzdem irgendwie wie immer toll… Es schneite weiter und am nächsten Tag hatte der Winter den zaghaften norddeutschen Frühling verdrängt. Transportfreigabe im Schnee. Gibt es auch nicht alle Tage. Aber irgendwann kommt der Frühling dann eben doch. Wie jedes Jahr. Und nächstes Mal vielleicht mal wieder vor der Südheide?

Kleiner Wehmutstropfen: Ein Blick in den Stall hätte so manchem Reiter gut getan, bevor er sich in die Wärme der Häuser zurückzog. Jedes zweite Pferd schlotterte in seiner Box, wäre lieber gelaufen oder hätte gerne eine trockene Deckenschicht angezogen… Zumal die Regenerationswerte vieler Pferde im Ziel bedenklich hoch blieben… War der Sportsgeist erfroren?

Conny Koller