VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


The President of United Arab Emirates Cup (Februar 2004)

vor dem Start


unterwegs...


unterwegs...


unterwegs...


Thora Bora


Nadira


Am 19. Februar 2004 fand in Al Wathba in der Nähe von Abu Dhabi (VAE) das internationale Distanzrennen „HH The President of United Arab Emirates Cup“ statt. Dies ist die offene, international ausgerichtete Meisterschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. Dazu wurden einige auserwählte Reiter aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien eingeladen, um mit ihren Pferden an dem 160 km langen Rennen durch die Wüste teilzunehmen.

Mit am Start waren auch drei deutsche Reiterinnen, die mit ihren eigenen Pferden aus dem kalten Deutschland angereist waren: Die Geschwister Melanie und Sabrina Arnold aus Kirchheim mit ihren Vollblutarabern Nadira und Te Quiero sowie Friederike Schlieter aus Bonn mit dem Anglo-Araber Hedgard.

Die Pferde wurden eine Woche vor dem Rennen von Paris nach Abu Dhabi eingeflogen, wo sie dann in speziell errichteten Quarantänestallungen auf das Rennen vorbereitet wurden. Am Tag vor dem Rennen wurden alle Pferde tierärztlich durchgecheckt, damit alle fit auf die 160km lange Strecke starten konnten.

Um 6 Uhr früh bei völliger Dunkelheit und Nebel fiel der Startschuss für die 79 Pferde und Reiter, darunter erfolgreiche und bekannte Reiter wie der amtierende Weltmeister Sheikh Ahmed Bin Mohammed Al Maktoum aus den VAE, die amtierende Europameisterin Virginie Simon sowie die mehrfache Weltmeisterin Valerie Kanavy aus den USA.

Geritten wurden insgesamt sechs Etappen von 34, 32, 28, 26, 24 und 16 km Länge. Start und Ziel jeder Etappe war das Vet Gate im Endurance Village Al Wathba, wo die Pferde jeweils 30 bis 40 Minuten Zwangspause mit Tierarztcheck hatten.

Die führenden Reiter ritten trotz Dunkelheit ein extrem schnelles Durchschnittstempo von 22km/h.

Aufgrund der klimatischen Umstellung der Pferde vom deutschen Winter auf den arabischen Frühling mit bis zu 30° C ist es mit europäischen Pferden nicht möglich, hier um den Sieg mitzureiten. Daher gilt für diese das Motto „Dabei sein ist alles“ oder, wie die Distanzreiter gerne sagen, „Angekommen ist gewonnen“. Gemäß diesem Motto ließen es die deutschen Reiterinnen auch etwas langsamer angehen.

Das Feld zog sich schnell auseinander. Als schnellster erreichte der Araber Ali Khalfan Al Jahouri mit seinem Pferd Egber Benni das erste Vet Gate nach einer Reitzeit von 1:32:29 für die 34 km lange Etappe. Im Minutentakt folgten die anderen Reiter. Auf den Plätzen 54, 59 und 60 erreichten die drei Deutschen Friederike Schlieter, Melanie und Sabrina Arnold das erste Gate. Alle drei deutschen Pferde bestanden den ersten Tierärztecheck mit Bravour. Nicht so allerdings ein arabisches und ein australisches Pferd, die wegen Lahmheit bereits nach 34 km durch die strenge Tierärztekommission aus dem Rennen genommen wurden.

Auf der zweiten Runde wurde noch schneller geritten als auf der ersten Etappe. Mittlerweile war es schon hell geworden, aber noch war es mit 24° C nicht zu heiß. Das zweite Vet Gate erreichte als erster Sheikh Rashid Bin Mohammed Al Maktoum, dicht gefolgt von zwei weiteren arabischen Reitern. Melanie, Sabrina und Friederike konnten sich auf die Plätze 41, 42 und 47 vorarbeiten.

Die dritte Runde war eine der anspruchsvollsten und wird von den Arabern liebevoll „Thora Bora“ genannt. Diese dritte Runde zeichnet sich dadurch aus, dass mehrmals auf einer Länge von je ca. 10 km ein waschbrettartiges Relief absolviert werden muss, mit kleinen, sehr steilen Auf- und Abstiegen von circa 100-200 m Länge. Da das Thermometer mittlerweile auf über 30° C gestiegen war, verlangte diese Runde von den Pferden viel Kraft.
Dies zeigte sich auch im anschließenden dritten Vet Gate nach 94 km. Hier wurden alleine 19 Pferde von den Tierärzten aus dem Rennen genommen, teils wegen Lahmheiten, teils wegen metabolischer Probleme. Hier erwischte es auch Te Quiero von Sabrina Arnold. Te Quiero hatte sich auf der dritten Runde stark aufgeregt und trank zu wenig.
Durch die starke Belastung beim Auf und Ab der Strecke übersäuerte seine Muskulatur, so dass Sabrina ihn aus dem Rennen zurückzog, um eine Verletzung zu vermeiden. Die beiden anderen Deutschen konnten das Rennen auf den Plätzen 31 und 41 fortsetzen.

Auch die letzten beiden Vet Gates wurden von den deutschen Pferden Nadira und Hedgard anstandslos passiert. Auf der letzten Runde konnte Melanie Arnold mit Nadira noch einige Plätze gut machen und landete schließlich auf dem 17. Platz. Friederike Schlieter mit Hedgard konnte ebenfalls noch aufholen und erreichte Platz 20. Beide Pferde absolvierten die 160km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 17 km/h.

Sieger des Rennens wurde in 7:20:00 h der Reiter Abdul Rahim Hilal Al Juneibi mit dem in den Al Wathba Stables trainierten Pferd Super, einem 10jährigen Wallach von Sheikh Mansour aus Abu Dhabi.

Die drei deutschen Pferde sind mittlerweile alle wieder gesund und munter in Deutschland angekommen und bereiten sich auf die nächsten Rennen in Europa vor.

Melanie Arnold