Rügen (Oktober 2003)
 Lutz Petersen auf Serenity Bint Lazan Foto:Petersen
 Uschi Rivairo Fuentes auf Mashar und Tammy Steinke auf Born to be Wild. Foto:Petersen
 Conny Koller und Mocha Foto:Petersen
 Rachel Lewin auf Ramadan Foto:Petersen
 Landschaft pur...
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Kreidefelsen, Steilklippen und Ostseestrand. Rauschendes Meer, Fischpfannen…
Hier zu reiten muss ein besonderes Erlebnis sein. Und dann noch als Distanzritt? Auf diese Idee muss man erstmal kommen. Es war die Familie Angelbeck, die die Idee in Realität umsetzte. Nennungen bis ins tiefste Bayern waren die Quittung. Natürlich kam dann nicht jeder, der es geplant hatte, da der Ritt mit Anfang Oktober recht spät angesetzt ist.
Im Angebot gab es drei Rittlängen: 50 km, 68 km und einen 2-Tagesritt über 68 und 50 km. Die Probleme mit den Gemeinden bezüglich der Genehmigungen verkürzten die Strecke auf eine 50 km lange Runde, die je nach genannter Streckenlänge mehrmals geritten werden musste. Kein Drama, handelte es sich dabei doch um eine der schönsten Passagen… den Ostseestrand. Eigentlich für Reiter tabu, gab es hier eine großzügige Sondergenehmigung.
Gleich nach dem Start, der wegen der Touristen in mehreren Gruppen durchgeführt wurde, führte die Strecke durch den Ort Glowe ans Meer. Und hier gab es schon das erste Problem. Die Taktik “hinterher starten” war angesichts des endlosen Strandes zwecklos – die 24 Pferde fanden es in der Sonne umso lustiger… Doch die 9 km lange Strandpassage hatte es in sich. Nicht immer konnte man an der festen Wasserkante reiten, was die Reiter zwang, auf den nahezu grundlosen tiefen Sand auszuweichen, der auch erfahrene Sandläufer viel mehr Kraft kostete als gedacht. Der Ausblick? Famos. Der erste Stopp lag in der Sonne vor den Reitern, unwirklich ins Meer ragend: Kap Arkona. Nur 18 km, den letzten Kilometer als Schritt-Führstrecke vorgegeben, und schon Pause? Die meisten Pferde konnten das nicht verstehen.
Die nächsten 20 km führten die Reiter weiter entlang der Steilküste, dann über Randstreifen zum zweiten Stopp bei km 40, von wo aus es über an Hitzacker erinnernde Schlängelpfade, die die Aufmerksamkeit von Pferd und Reiter forderten, zurück zum Startplatz ging. Ein letztes Mal Pause, dann wieder an den Strand, der nun einem unterhaltsamen Erlebnispark ähnelte. In Schlangenlinien ging es an den vielen Besucher vorbei. Vorsicht Drachenschnur! Hoffentlich ziehen die FKKler die Füße ein? Mensch Kind, bleib stehen! Nackte Bauchnabel, wasserscheue Hunde, Sandburgen, Bälle…. Die Pferde hatten keine Zeit, das Getümmel in Augenschein zu nehmen – sie kämpften mit dem Sand.
Am zweiten Tag Regen. Und wie es auf Inseln so ist, kam er von der Seite. Schade für die vielen Starter, die auf den Eintagesstrecken unterwegs waren, weil sie nicht mehr die tollen Aussichten des Vortages genießen konnten. Nur einen Vorteil hatte der Regen: der Strand war nicht mehr ganz so tief.
Von den 24 Startern über 50 km blieben 20 in der Wertung. Es siegten Diane Wieczorek auf Asmena und Saskia Storm auf Ayla vor Marko Gümpel auf Gina. Auf den 68 km starteten 10 Paare, von denen 8 in der Wertung blieben. Hier hatten Stefanie Büttner auf Vinido und Stanislava Wulf auf Nico die Nase vorne, dritte wurde Karin Rosenthal mit Hadesh.
Bei den 118 km wurde es noch mal spannend. Am Ende hatte Mocha unter Cornelia Koller 14 Minuten Vorsprung vor Tanja Prieler mit Marleen und Gerold Becker auf Chummy’s Dilemma.
Romantisch die Siegerehrung bei Fackelschein am Abend. Obwohl sie wegen des zu erwartenden Rückreiseverkehrs vorgezogen war, standen die meisten Teilnehmer dennoch im Stau. Wer im nächsten Jahr bei diesem besonderen Ritterlebnis dabei sein möchte, sollte sich aber überlegen, den Ritt mit ein paar Tagen Urlaub zu verbinden… An- und Abreise am oder kurz vor dem Wochenende sind nur bedingt zu empfehlen, auch ein Anruf bei den Behörden, wann die Hubbrücke nach Rügen geschlossen oder geöffnet ist, lohnt sich. Doch die Widrigkeiten kann man für diesen Ritt getrost in Kauf nehmen. Es war ein Ritt der besonderen Art, angefangen von der Strecke, über die Verpflegung bis hin zu den heißen Duschen am Hafen… Einziger Kritikpunkt: die Markierung. Aber wir hoffen einfach mal, dass der Championatsball nicht wieder gleichzeitig ist und Wiebke in diesem Jahr Zeit hat, den Job zu übernehmen…
Cornelia Koller