VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


Eine, die auszog, um die Berge zu erobern…















Fotos: Bettina Koch

oder

5. Weiherrundritt am Aischgrund

Das Distanzreiten bringt viele Freundschaften hervor. So erweiterte sich vor zwei Jahren mein Horizont von Braunschweig bis nach Nürnberg – immerhin gute 450 km Entfernung über die Autobahn. Diese Freundschaft war der Anlass, einen schönen 10-tägigen Urlaub samt Pferd, Hund und Mann in Nürnberg zu verbringen. Und was ein echter Distanzreiter ist, der plant auch im Urlaub einen Ritt ein – und so war die Nennung für den 5. Weiherrundritt am Aischgrund nur noch Formalität, unserer erster MDR.

Schon das Veranstaltungsgelände zeugte von Höhenunterschieden: Meldestelle und Verpflegung lagen überdacht und trocken auf halber Höhe des Hanges unter Bäumen, Paddockwiese und TA-Untersuchungen waren auf der Kuppe zu finden und gewährten einen Blick in die umliegende Landschaft.
Die Voruntersuchung am Freitag bestanden wir ohne Probleme und mit Farbkarten für Reiter und Trosser war auch die Vorbesprechung keine Hürde mehr.

Samstag früh, 6 Uhr, 3 Grad. Der Tag erwachte. Die Sonne erhellte ein interessantes Schauspiel mit sehr viel Nebel.
Um 7:30 Uhr starteten wir auf die erste 30 km Runde. Es war unser erster Massenstart, so starteten wir etwas hinterher und versuchten, es ruhig angehen zu lassen. Nach ein paar Km holten wir ein anderes Paar ein, gemeinsam ritten wir weiter. Wir genossen die abwechslungsreiche Landschaft und das ständige Hoch und Runter schien mein Flachlandpony nicht zu beeindrucken, denn er stapfte eifrig vorwärts. Nach 30 km erreichten wir wieder das Gestüt und genossen unsere Pause im Sonnenschein.
Gut gelaunt starten wir auf die nächste Etappe. Die Regenfälle an den Tagen zuvor hatten die Rittstrecke an vielen Teilen aufgeweicht und auf der zweiten Runde zeigte sich, dass es mit jedem Paar Hufe matschiger, schmieriger, rutschiger wurde. Härtetest für unsere Hufschuhe – nicht nur, weil von A wie Asphalt über S wie Schotter bis W wie Waldboden alles vertreten war. Da wir die zweite Runde alleine ritten, war von der Motivation meines Flachländlers leider nicht mehr viel übrig und so zog sich die Strecke unheimlich in die Länge. Gleichzeitig die Chance, den Blick in die Umgebung schweifen zu lassen: Wälder, die sich ins Herbstlaub färbten; Weiher, über denen ein leichter Nebel hing (nein, ich habe sie nicht gezählt); Wiesen, noch nass vom Tau… Herrlich !!! Und dann endlich: den letzten steilen Berg hinunter, über die Straße, und wieder den Berg hinauf, das Ziel vor Augen… Ein schriller Pfiff ertönte, wir mobilisierten unsere letzten Kräfte und wir galoppierten glücklich und erschöpft über die Ziellinie. Die Nachuntersuchung bestanden wir ohne Probleme. Unser erster MDR ! Und dann gleich Berge! Ich bin sehr stolz auf mein Pony !

Danke an Wolfgang und sein Team für den tollen Ritt in diesem anspruchsvollen Gelände, die leckere Verpflegung und die allzeit gut gelaunten Helfer an den Checkpunkten. Ihr habt einen tollen Ritt auf die Beine gestellt und ich werde wiederkommen !

Christine Scheibner und Mephisto