VDD Logo

VDD Banner


Seite Drucken


Wadener Distanzritt am 26.09.10















Fotos: Theresa Thiele

Bereits zweimal hatte ich für diesen Ritt genannt und musste jedes mal absagen, nun sollte es endlich klappen.

Da der Ritt Sonntag stattfand, war die Anreise am Samstag einfach nur toll, die A1 und A 60 waren leer gefegt, teilweise dachte ich, ich hätte mich auf ein stillgelegtes Autobahnstück verirrt.

In Wadern Nuhweiler am Lindenhof angekommen, bot sich direkt schon eine nette Atmosphäre, Veranstalter begrüßten jeden schon im Auto und erklärten, wo man sich am besten hinstellt. Die Paddockwiese war groß und voll Gras (und eingezäunt, was ich immer gerne habe), in der Mitte ein Rundballen Heu, an dem sich jeder bedienen konnte, daneben ein großes Wasserfaß.

Nachdem ich Masirah ausgeladen und versorgt hatte ging ich zur Meldestelle, die am Paddockeingang aufgebaut war (im Bus und auf Bänken)

Die Veranstalterin kramte aus einem Kästchen die Checkkarte raus und gab mir dazu noch eine Streckenkarte, alles sehr gemütlich.

Sowas gefällt mir ja immer gut!
Die Tierärztin Su Sundmaker untersuchte jedes Pferd sehr lang und gründlich, aber absolut fair und kompetent. Besonders gefiel mir das Abtasten des Rückens, kein „Klammergriff“, wie oft gesehen, sondern ein Abtasten der einzelnen Rückenwirbel und dann der Muskulatur links und rechts davon.
Überhaupt legte sie ein Augenmerk auf alle Muskelgruppen, die gründlich abgetastet wurden.

Bei solch einer TÄ hat man das Gefühl, gut aufgehoben zu sein.

Normalerweise fallen mir solche Dinge gar nicht mehr auf, da ich aber vorhabe, mit meiner Jungstute in Wadern zum ersten DR anzutreten, habe ich diesmal alles aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Nachdem die ganze Prozedur überstanden war, ging es an den gemütlicheren Teil, Leute begrüßen, Schwätzchen hier, Schwätzchen da…

Die Vorbesprechung fand dann in der Reiterklause des Hofes statt, wo es auch eine kleine Speisekarte mit einfachen Gerichten gab.

Was lustig war, und ich so nicht kannte, die Veranstalterin fragte in die Runde, wer mit wem starten wolle und man rief einfach die Namen .
Ein Islandtrüppchen wollte als Erstes raus, das sie vorhatten, langsam zu reiten und so nicht alle auf sie warten mussten.

Jürgen Biewer und ich starteten als Seniorenteam.

Am Paddock angekommen, stellte ich dann fest, dass irgendwie alle schon um 21 Uhr in ihren Schlafsäcken liegen mussten, es war stockdunkel, nirgendwo mehr Licht.

Irgendwann gesellte sich dann Stephan Salamon zu mir, seine Frau Marina war nach Hause gefahren und hatte ihn als „Pferdesitter“ zurück gelassen.

So leerten wir dann in aller Ruhe ein Fläschchen Wein und hatten viel zu erzählen. Um 0.30 Uhr verzogen wir uns dann leicht bibbernd in die Hänger.
Ich hatte den Abend über eiskalte Füße bekommen und mein mitgebrachtes Daunenfederbett hatte Feuchtigkeit aufgenommen und war klamm und kalt und so blieb es dann auch bis morgens und ich war froh, aufstehen zu können.

Bei Stephan am Hänger gabs dann heissen Kaffee, das war der Lichtblick des Morgens.

Die Nacht über hatte es geregnet und nieselt teilweise immer noch, alle Pferde waren aber schön eingepackt und machten einen guten Eindruck.

Es gingen 9 Starter auf die 26 KM Runde, 15 Starter gingen eine separate 15 KM Schleife zusätzlich (41 KM).

Direkt nach dem Start verritten wir uns dann prompt, noch im Blickfeld der Starter, peinlich. Erst landeten wir im Innenhof, dann auf einer geschlossenen Wiese.

Endlich fanden auch wir dann den Einstieg in die Strecke.

Und die war ganz nach meinem und Masirahs Geschmack!!!

Breite, feste Wege, lang gezogene Auf und Abstiege, blätterverhangene Pfade mit Geröll, Flußdurchquerung, ebene Höhenzüge, alles, was das Distanzreiterherz höher schlagen lässt, war dabei. Man hätte sicher 70 % der Strecke durch galoppieren können.

Die Markierungen waren hervorragend, ein Verreiten war schier unmöglich.

Beim Eintreffen in die Pulskontrolle wurden uns die Pferde abgenommen und es gab heissen Kaffee, Brötchen usw. Obwohl wir sofort hätten weiter reiten können, machten wir erst mal ne kurze Frühstückspause, Jürgen hat da die gleiche Einstellung, wie ich, das passte prima.

Hier trafen wir dann auch auf Stephan, dessen Mitreiter Marina und Andrea etwas mehr Ehrgeiz hatten und da sein Pferd noch keine 64 Puls hatte, waren sie weiter geritten, was natürlich die Folge hatte, dass sein Pferd sich noch mehr aufregte….

Er holte uns dann kurz darauf ein (er ritt das äußerst schwierige Pferd übrigens mit einem Fellsattel ohne Steigbügel und mit Knotenhalfter!!) und wir ritten zu dritt weiter. Wild haben wir natürlich keins gesehen, da wir uns die ganze Zeit laut unterhielten.

Alle Kps waren bestückt mit Wasser und Möhren für die Pferde und Leckereien für die Reiter, so dass man sich auch hier gut aufhalten konnte ….

Am Startplatz, wo auch die Pause war, angekommen, gabs dann wieder das Problem mit Stephans Stute, die ihrer Herde hinterher wollte, die bereits schon wieder raus ging. So dauerte es 15 Minuten, bis sie in die Pause gehen konnte.
Und da wir so ein nettes Trüppchen waren, war es keine Frage, dass auch wir unsere Pause verlängerten,um gemeinsam weiter zu reiten.
So konnten wir dann noch in aller Ruhe Kaffee trinken und Brötchen essen.

Da die 15 KM Runde in einer andere Richtung ging, waren die Pferde gut motiviert und liefen wie die Uhrwerke. Auch hier wieder schöne Höhenunterschiede, lange zum Galopp einladende Wege und einige Kraxelwege, die wir im Schritt hoch gingen.

Im Nu waren wir wieder im Ziel , alle mit guten Werten, Jürgens Skol mit (fast) Ruhewerten :))

Die Nachuntersuchung bestanden die Pferde ohne Probleme und da nach uns nur noch die Isländer untersucht werden mussten, wurde sehr schnell zur Siegerehrung aufgerufen.

Diese war dann wieder sehr familiär, für jedes Pferd gab es eine schöne Plakette und Lekkerlis, einige bekamen Zusatzpräsente, die alle einen netten Hintergrund hatten.

Ich glaube, es waren alle zufrieden, zumindest habe ich nirendwo auch nur den Ansatz einer Unzufriedenheit gehört, das soll schon was heissen!!

Gewonnen haben den 41 KM Ritt
Sabrina Fritsch und Melanie Flocke mit ihren Pferden Vagebond und Bobby in T 4,22

Alles in Allem ein Ritt, zu dem es sich lohnt, zu fahren.. Und durch die gute Autobahnanbindung auch gut aus NRW zu erreichen ist. Wer also Lust hat, seine Pferde mal fernab von Reitautobahnen laufen zu lassen und gern bergauf und – ab reitet, für den ist dieser Ritt ideal.

Ich habe mich jedenfalls entschlossen, hier meinen Nachwuchs zum ersten Mal „auf Strecke „ zu bringen, alle äußeren Voraussetzungen stimmen und ich werde auch ganz früh starten, da ich in Höchstzeit gehen werde.

Uwe Rahn, Duppach