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Trabweg West Maaswald








Mitte September, das ist alljährlich die Zeit für den geselligen Ritt im Maaswald, nahe der holländischen Grenze. Barbara Plottke organisierte für den Feuerkreis eV. diesen LDR über 88 Km und konnte wieder eine liebevoll vorbereitete Veranstaltung anbieten.
Die Veranstaltung, die seit Jahren einen festen Platz im rheinischen Veranstaltungskalender inne hat, war gut besucht. Neben einigen „Neulingen“ trafen sich viele Wiederholungstäter, um die sandigen Böden unter die Hufe zu nehmen.

Vom stets ruhig gerittenen Start weg ging es in den sagenumwobenen Rhododendron, der immer wieder für verloren gehende Reiter sorgt. Wohl dem, der sich an ortskundige Reiter angeschlossen hatte. Evtl. sollte die örtliche Gemeinde über eine Umbenennung in Bermuda-Dreieck nachdenken…

Da ich die Perspektive gewechselt hatte und diesmal als Trosserin nach dem Start noch etwas Zeit am Startplatz verbringen konnte, staunte ich nicht schlecht, als ein Reiter von der Strecke kommend zurück zu seinem Hänger jagte, dort behände einen anderen Sattel auf sein Pferd warf um sodann wieder mit fliegenden Fahnen erneut loszureiten. Irgendetwas am Sattel war zu Bruch gegangen, was Stefan jedoch nicht davon abhielt, den Ritt fortzusetzen.

Den Trottby bei Km 13 passierten alle ohne größere Probleme, um weiter durch den Wald im Licht der aufsteigenden Sonne zur ersten Pause bei Km 27 zu reiten. Die ersten beiden Reitergruppen hatten kaum drei Minuten Abstand aufeinander, die nachfolgenden ließen es ruhiger angehen und trudelten zum Teil deutlich später ein.

Für einige Reiter kam hier schon das Aus. Besonders dramatisch stellte sich der Ausfall eines mitgehenden Schulpferdes dar, welches sich einen Ast so unglücklich an die Innenseite des Hinterbeines katapultiert hatte, dass dort eine stark blutende Wunde für Aufsehen sorgte. Glücklicherweise wurde nicht die Hauptarterie verletzt. Tierarzt Norbert Künzel versorgte das Pferd umgehend um es dann in eine nahegelegene Klinik zu überweisen.
In diesem Zusammenhang kam dann die Information durch, das Pferd sei nicht gegen Tetanus geimpft, was bei den Umstehenden zu Kopfschütteln führte. Egal, wie man über Impfungen denkt, aber gerade in unserem Sport ist das Verletzungsrisiko und somit das Infektionsrisiko ungleich höher, als bei reinen Hallen- oder Reitplatztretern. Eine Tetanus-Impfung kostet nicht die Welt und soviel sollte doch jedem das Wohl seines Pferdes wert sein!

Für die Reiter ging es weiter durch gut zu bereitende Waldgebiete nahe der Grenze zu Holland in die zweite Pause, die idyllisch auf einer Waldlichtung gelegen war. Hier konnte nach 50 gerittenen Kilometern eine Stunde lang gerastet werden, wahlweise in der noch schön wärmenden Spätsommer-Sonne oder im Schatten. Ein Wasserfass sorgte für ausreichend Kühl- und Tränkwasser. Lediglich die Trosser hatten es ein wenig unkomfortabel, mussten sie doch das gesamte Equipment zur Versorgung der Athleten vom Parkplatz bis zur Lichtung schleppen. Aber was wäre ein Distanzritt, wenn sich bloß Pferd und Reiter sportlich betätigten?

Nachdem meine Reiterin sich auf den dritten Streckenabschnitt aufgemacht hatte, nutzte ich die Zeit, um in einem auf dem Weg gelegenen Discounter mit dem großen A ein wenig shoppen zu gehen. In der Pause hatte Hilga mir berichtet, dass ihr in ihrer Softshell-Jacke doch ein wenig zu warm geworden war. Wir sinnierten darüber, dass der „Fahrtwind“ ein Öffnen des Reißverschlusses nicht zulasse, aber die windabgewandte Rückenpartie der Jacke zur Sauna wurde. Spontan musste also eine geeignete Sport-Oberbekleidung her, welche in besagtem Discounter zu erwerben war und die mit einer eigentlich für Radler konzipierten Jacke auch reiterliche Zwecke erfüllte: Vorne Softshell und am Rücken eine dünnere, luftdurchlässige Fleeceschicht. In der dritten Pause erfolgte spontan die Anprobe und den letzten Streckenabschnitt wurde die neue Jacke eingetragen.

Die letzte Pause bei Km 72 fand bei Tackenbenden statt, eine Location, die auf jedem Maaswaldritt dabei ist. Saftiges Gras für die Vierbeiner, eine gute Vortrabstrecke und die Gewissheit, dass es fast geschafft ist, sorgten für prima Stimmung. Das Feld hatte sich hier bereits recht weit auseinandergezogen, so daß die führende Spitzengruppe das Terrain verließ, bevor die Verfolger dort ankamen.

Die letzten Kilometer blieb das führende Trüppchen beisammen und ähnlich der letzten Etappe bei der Tour de France gab es hier keine Rangeleien mehr bezüglich der Platzierung.
Beim letzten Crewpunkt „am weißen Stein“ wurde den Pferden nochmals Wasser angeboten und hier wurde vorbildlich von allen Reitern der Gruppe darauf gewartet, bis jedes Pferd seinen Durst gestillt hatte. Für die Trosser hieß es nun Gas geben, um pünktlich am Ziel zu sein und alles vorzubereiten. Schon tauchten die Reiter am Waldrand auf und ritten sodann nebeneinander auf das Ziel zu. Ein schönes Bild!

Nach dem obligatorischen Gläschen- oder besser gesagt Pappbecher- Sekt wurden die Pferde versorgt und der gemütliche Teil der Veranstaltung begann. Leckere Kuchen stillten den Appetit und abends gab es neben anderen Speisen vorzügliche Reibekuchen wahlweise mit Lachs oder Apfelmus. Die Verpflegung im Maaswald ist alleine schon eine Reise wert, vielen Dank an das Küchenteam! Bei Einbruch der Dunkelheit wurden zwei Feuerkörbe angezündet, so dass der Feuerkreis seinem Namen gerecht wurde.

Eine ganze Weile nach dem Zieleinlauf der anderen wurde ein Pferd samt Reiter mit dem Anhänger von der Strecke gesammelt: Der große Fuchs, der am Morgen noch umgesattelt worden war, hatte offenbar soviel Gefallen an den vielfältigen Reitwegen im Maaswald gefunden, dass er vom rechten Wege abgekommen war und die Gegend mehr als gründlich erkundet hatte. Nettgemeinte Spötteleien waren der Lohn für das Verreiten, der Reiter ertrug es mit Humor!

Am nächsten Morgen wurden die Pferde für die Nachuntersuchung vorbereitet, es ging ans zusammenpacken und an die Siegerehrung.
Gemeinsam über den ersten Platz konnten sich Bert Fichtel, Hilga Höfkens, Maria Bartels freuen.

Abschließen kann man zu dieser Veranstaltung resümmieren: Es war so, wie es jedes Jahr ist: – Prima Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. – Gute Atmosphäre, herzliches Miteinander – Größtenteils schöne und bekannte Strecken, – Irgendein Reiter schafft es immer, sich zu verreiten… – Kompetente tierärztliche Betreuung durch Norbert Künzel – Best Condition an Kimbal unter bert Fichtel – Man fährt nach Hause und weiß: wir kommen im nächsten Jahr wieder!

Meyke Kalms