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6.Saxonia Distanz - Rittbericht 31.08.2010


RUNDUM GELUNGEN

SAXONIA-Distanz und Sächsische Landesmeisterschaft

Im Rahmen der SAXONIA-Distanz war am 21. August im sächsischen Tauscha die Landesmeisterschaft der Distanzreiter über 124 km ausgeschrieben, wahlweise zu beenden auch nach 84 oder 106 km. Vier Reiter waren in dem LDR angetreten, darunter drei Anwärter auf den Sachsenmeistertitel (die vierte Teilnehmerin kam aus Bayern).

Zwei „alte Hasen“ sattelten für die Meisterschaft junge Pferde – nämlich die Titelverteidigerin Conny Schwedler, die kurzfristig verletzungsbedingt von ihrem erfahrenen Fairbanks auf die 7jährige Vollblutaraberstute Walhalla umsteigen musste, und Veit Koppe, der seinen ebenfalls erst 7jährigen Trakehner Wallach Filou Rouge ritt. Beide hatten sich in Anbetracht des jungen Alters ihrer Pferde vorgenommen, den Ritt bei 84 Kilometern zu beenden und taten dies auch konsequent, nachdem sie bis zu diesem Zeitpunkt souverän Start-Ziel geführt hatten – und das in flotten 13,9 km/h. Da glaubten sie Meister- und Vizemeistertitel schon fast in der Tasche zu haben, hatten jedoch nicht mit der Hartnäckigkeit ihrer Verfolgerin Franziska Reichelt mit ihrer Reitponystute Bijou’s Princess Lollipopp gerechnet, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,8 km/h zwar erst wesentlich später den 84-Kilometer-Check erreichte, sich aber mit bewundernswerter Härte dann doch noch auf die nächste Runde begab und schließlich mit einem auch in der Nachuntersuchung noch gut aussehenden Pferd sowohl den LDR als auch den Titel der Sächsischen Landesmeisterin gewonnen hatte. So siegte diesmal, ganz im Sinne der Philosophie des Sports, Ausdauer über Geschwindigkeit.

Während Conny Schwedler und Veit Koppe in der Wertung des LDR gemeinsam Platz zwei belegten, konnte sich Conny Schwedler dank der geringfügig schnelleren Regenerationszeiten ihrer Stute den Vizemeistertitel vor Veit Koppe sichern. Vierte in der Gesamtwertung wurde Eva Marie Kurscheid mit Sarai, die den Ritt in 9,0 km/h ebenfalls bei 84 km beendete. Damit blieben alle Teilnehmer des Langstreckenrittes in der Wertung.

Drei Reiterinnen hatten den MDR über 69 km in Angriff genommen, von denen zwei in der Wertung blieben und gemeinsam den ersten Platz belegten: Freya Ronneberger mit dem Arabo-Haflinger Benjamin und Karolin Wieczorek mit ihrem Vollblutaraber Masoudah, beide in 8,6 km/h. – Damit wurden sowohl über 106 als auch über 69 Kilometer vergleichsweise ruhige Tempi geritten, die aber der Gesundheit der Pferde zugute kamen.

Auf dem KDR über 42 km setzte sich, wie schon im vergangenen Jahr, Lokalmatador Andreas König mit dem großrahmigen Warmblüter Rando durch, dem man so gar nicht ansieht, dass er die Strecke locker in 15,7 km/h durchtraben kann. – Er konnte, und war damit den beiden Englischen Vollblütern Magic Fox und A Joke unter Gunther Vick und Peggy Franke, die mit 12,5 km/h über die Distanz kamen, weit mehr als ein paar Pferdelänge voraus. Beobachter aus dem letzten Jahr werden vielleicht wissen, dass sich Magic Fox bei dem gleichen Ritt 2009 so schwer verletzte, dass seine Wiederherstellung fraglich war. – Umso schöner war es, ihn jetzt mit seinem Stallgefährten auf dem zweiten Platz zu sehen!

Einen tollen Anblick bot in dieser Prüfung auch einmal wieder die „blonde Invasion“ der Haflinger aus Rosie’s Reitschule, sodass (mit einem gewissen Augenzwinkern) schon erwogen wurde, demnächst eine reine Haflinger-Distanz auszuschreiben, denn warum soll Haflingern nicht angemessen sein, was Arabern recht ist! – Dennoch, bei allem Engagement – zumal ja die Haflinger auch am nächsten Tag noch bei der Kinderdistanz zum Einsatz kamen – zu erwägen ist, ob die bewundernswerten Schulpferde (zumal noch vom heimatlichen Stall zum Veranstaltungsort geritten) im nächsten Jahr etwas intensiverer Vorbereitung bedürfen, um sich dann wieder alle für die Wertung qualifizieren zu können.

Begeistert angenommen wurde auch diesmal die am Sonntag ausgetragene Kinderdistanz über 7 Kilometer, in der sich sieben Kinder in der Leistungsklasse 1 bewähren konnten.

Unbedingt erwähnenswert ist das Ambiente des Rittes, der sich zum Einen durch das Stammquartier in der Pension am Heidebogen in Tauscha auszeichnet, deren Inhaber Michael Gansmüller und sein Team für das Wohlbefinden der Gäste sorgen, wozu ein perfektes Catering und ausreichend sanitäre Einrichtungen zählten; und der zum Anderen durch das landschaftlich ausgesprochen attraktive Gebiet der Laußnitzer Heide mit einem wunderbaren Reitwegenetz mit vielen, nicht anspruchslosen, aber schönen Strecken führt. Dabei ist die Genehmigung der Forst, hier feste Rittmarkierungen anzubringen – die also auch in den kommenden Jahren wieder genutzt werden dürfen – ein hierzulande eher selten zu findendes Entgegenkommen. Verreiten war also – beinahe – nicht möglich!

Nicht zuletzt ist der Erfolg der Veranstaltung den Organisatorinnen Franziska Koppe und Claudia Hoyer sowie deren Helfern zu danken, die hier mit einem Zuwachs an Erfahrung durchaus einmal eine CEI-Veranstaltung aus der Wiege heben könnten, obwohl das, wie mit Nachdruck betont wird, noch Zukunftsmusik ist. Zahlreiche Sponsoren, darunter der bekannte Pferdemaler Claus Phillip, der eine Zeichnung für den Sieger stiftete, und anerkannte Firmen wie Masterhorse, Uvex, Marstall, USG GmbH und als Hauptsponsor RoFlexs sowie mit dem Fachhandel Reitsport Koppe die Veranstalterin selbst – und andere mehr – lieferten die Prämien für diese schöne Veranstaltung.

Miriam Lewin