1. AN-Team Distanz 2010
Am Freitag dem 13. August hieß es packen, ab in den Hänger und im Regen auf nach Korschenbroich zur 1. AN-Team Distanz, zu der Stephanie Wrann und ihr Team geladen hatten.
Am Veranstaltungsort, einem riesigen Stoppelfeld, leider direkt an der B230 gelegen, bauten wir zunächst das Camp auf. Hierfür waren bereits Paddock abgesteckt, sodass sich alle in Reih und Glied einfanden und emsig aufbauten. Nach den ersten Vorbereitungen ging es zur Voruntersuchung, die Nanouk wie immer anstandslos absolvierte und wir bekamen Startnummer 13, wie gesagt, am Freitag den 13.!
Es gab leckere Suppen und Getränke und so verging der Abend wie im Flug. Wer wollte konnte sein Reittier vor Ort wiegen lassen. Leider hatten zu Wenige Ihre Teilnahme für Samstag nachmittags zugesagt, sodass wir „nur“ vor dem Ritt für günstige €9,- wiegen lassen konnten. Um 21:00 Uhr folgte die Vorbesprechung, die Steffi als Erstveranstalterin zwar sichtlich nervös aber souverän über die Bühne brachte. Die Hiobsbotschaft hieß: „im Wald ist ab- und ummarkiert worden, wir schicken jetzt Leute raus die nochmal neu markieren!“ Dies wussten wir am nächsten Morgen auch sehr zu schätzen!
Für meine Mitreiterin Meyke Kalms auf Sonrisa del Sol und mich ging es um 08:00 Uhr, nach dem Frühstück mit frischen Brötchen, auf die 76km Strecke- wir wollten nicht so früh los. Die Eifrigsten gingen bereits um 07:00 Uhr an den Start. Meyke und ich hatten uns schon seit 3 Jahren zum gemeinsamen Ritt verabredet, heute sollte es endlich klappen. Zumindest die ersten Kilometer wollten wir gemeinsam bestreiten, denn wir wollten beide nur auf Ankommen reiten. Mir war allerdings klar, dass auch dies bei Meyke ein höheres Tempo bedeutete, als bei uns. Also ging es los und unsere beiden Braunen fanden schnell Ihren Rhythmus, der sehr exakt der Gleiche war. Die Beiden liefen konstant ihr Trabtempo, wo es möglich war galoppierten wir. Da Nuk so gut drauf war und es für mich um Nichts ging, ließ ich ihn gewähren und gab mir keine Mühe ihn in ein von mir vorgegebenes Tempo zu bremsen. „Einfach mal schauen wie weit wir kommen“!
Die erste 38km-Runde führte durch die Felder um Trietenbroich bis zur Niers, dort entlang, rund ums Schloß Rheydt, zurück durch Tackhütte und am Schützenfest vorbei zur 1. PA. Kein Thema, beide sofort mit dem Puls unten und so ging es weiter auf den harten Teil der Strecke. Befestigte Feldwege, teils geschottert wechselten hier nur mäßig mit Wiesenwegen, aber trotzdem war der Streckenabschnitt gut zu reiten. Hier war noch spärlicher markiert, mit dem Finger auf der Karte war der Weg aber zu finden. Es ging über die gut bewachte B230 an Schelsen und Giesenkirchen vorbei bei Hoppers und Wey wieder in Richtung große Baumschule und zurück zur PA, wo aber diesmal nur ein Kontrollpunkt für uns war. Nun ging es direkt Richtung Gate, das sich auf dem Start/Ziel-Feld befand. Egal wie viel Mühe wir uns gaben, es war im Wald teilweise so unauffällig ummarkiert worden, dass wir hier und da schon mal kehrt machen mussten um den Richtigen Weg wo anders zu suchen.
Wie immer kompetent von Cheftierärztin Claudia Zerlik betreut ging es nach kurzer Kontrolle in die Pause. Danach hieß es die gleiche Runde nochmal zu be(st)reiten. Wir kamen, mit der Sonne um die Wette strahlend, gut voran. Wir galoppierten nicht nur stückchenweise sondern streckenweise mit völlig ruhigen aber frischen Pferden gelassen am losen Zügel mit 25-27km/h nebeneinander. Das war der Himmel auf Erden! Die 2. Pulskontrolle wurde auch ohne Probleme passiert. Weiter durch die uns nun bekannten Felder. Wir kamen schließlich um 14:02 Uhr =14,16km/h, traditionell Hand-in Hand mit 9Min Rückstand auf Bärbel Büchting als 2. ins Ziel. Ich konnte hinterher sogar noch laufen, hatte keine Blasen an den Fingern und war happy ohne Ende. Der Nuk wohl noch mehr, da ich ihn endlich mal nach seinem Gusto hatte laufen lassen (naja, nicht ganz, aber viel ;-)
Sonrisa del Sol wurde ausgelost für die Dopingprobe, die sich im Sinne eines fairen Sports nun auch auf den nationalen Veranstaltungen zu etablieren scheint. Ein MCP-Paddock auf dem Stoppelfeld, so etwas hatten Meyke und Risa auch noch nicht gesehen, nahmen es aber mit heiterer Gelassenheit.
Wir versorgten die Pferde, dann ging es an die leckeren gegrillten Würstchen, Steaks etc. Tolle Salate, Saucen, Brot sogar unzählige Kuchen und Muffins erschwerten es einigen, sich nochmal von der Bank zu erheben und ihr Pferd für die Nachuntersuchung fertig zu machen. Unsere Braunen bestanden die NU und so stand fest, dass wir mit 1:42 Stunden Vorsprung auf die Nachfolgenden Platz 2 belegten.
Nun hieß es noch bis zur Siegerehrung warten. Die Zeit nutzten wir um weitestgehend aufzuräumen und einzupacken, damit es nach der Ehrung schnell nach Hause ging.
Als Ehrenpreise hatte Steffi reichlich aufgetischt -es gab Preise en masse! Wir hatten Arbeit alle Preise, Pokal, Urkunde, Checkkarte etc. zu tragen!
Die Siegerehrung war leider zu schnell vorbei, denn die Bilanz war ernüchternd! Mit so wenigen Startern kalkuliert kein Veranstalter und ein nicht Erscheinen ohne Absage ist eine Frechheit.
76km: 23 Nennungen, 15 Starter davon 9 i.d.W. Platz 1 ging an Bärbel Büchting mit Said
38km Kleinpferde: 6 Nennungen, 3 Starter, 3 i.d.W. Ganz oben auf der Liste war Victoria Gerrlich mit Jacko
38km Großpferde: 25 Nennungen, 16 Starter davon 12 i.d.W. Angeführt von Farina Butterweck mit Xarina
Insgesamt 34 Starter, 24 i.d.W = knapp 30% Ausfall.
Zu erklären ist diese Bilanz wohl unter anderem durch die unebenen Wiesenwege, die teilweise einige Löcher unter hochstehendem Gras versteckten. Umsichtiges, vorausschauendes Reiten war gefragt. Wer hier sein Pferd auf gut Glück lieber auf den unübersichtlichen aber weichen Wiesenwege laufen ließ und Angst vor den zwar befestigten aber ehrlichen Feldwegen hatte, hatte das Nachsehen. Dieses Phänomen fällt mir übrigens immer häufiger auf… Immer weniger Reiter sind in der Lage die richtige Reitspur zu finden oder einfach mal das Pferd entscheiden zu lassen wo es lieber laufen möchte. Sofern es nicht fühlig ist, wird es immer den ehrlicheren Boden wählen!
Abschließend möchte ich Steffi zu Ihrem Debut beglückwünschen und im Kreis der Veranstalter willkommen heißen! Prima gemacht! Kleine Fehler passieren nun mal, Veranstalter sind auch nur Menschen!
Noch während ich diesen Bericht schreibe (17.August) gibt Steffi soeben den Termin für die 2. AN-Team Distanz bekannt. Es wird der 13. August sein, hoffentlich wieder mit Startnummer 13!
Vera Derksen