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Göttinger Distanzritt in Holzerode im Juni 2010











Fotos: Rainer Holland


Vom 4. bis 6. Juni fand zum 18. Mal der Göttinger Distanzritt statt. In dem kleinen Ort Holzerode bei Göttingen hat die Veranstaltung, die früher auf dem Hainholzhof in Göttingen stattfand, eine neue Heimat gefunden. Mittelpunkt der Veranstaltung ist die Grillhütte, wo die Meldestelle ihren Platz hat und es Verpflegung gibt: Kaffee und Kuchen, Allerlei vom Grill, Salate und kalte Getränke. Hier finden auch die Vorbesprechungen statt und abends bietet sich ein gemütlicher Platz zum Zusammensitzen und Quatschen.

Ausgeschrieben waren insgesamt 12 Prüfungen für Reiter und Fahrer mit Strecken von 5 km (Kinderdistanzritt) bis zum Langen Distanzritt über 100 km sowie zwei Mehrtagesdistanzen, ein echtes Mammutprogramm. Besonderes Augenmerk lag auf den Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie Einsteiger. Mehr als die Hälfte der Starter waren Kinder und Jugendliche. Leider war in diesem Jahr nur ein einziger Fahrer am Start: Hermann Eichner fuhr mit seinen beiden Fjordpferden die 50 km-Distanz. Die Möglichkeit, im Vorfeld des Jungpferdechampionats in Kreuth eine Rittigkeitsprüfung zu absolvieren, wurde leider nicht angenommen.

Aufgrund der Wettervorhersage, die für das Wochenende Temperaturen bis 30 Grad vorhergesagt hatte, was dann auch tatsächlich eingetreten ist, hatten die Tierärzte entschieden, die Pulswerte in den angekündigten Kontrollen sowie den VetGates auf 60 herabzusetzen. Dies sollte die Reiter zu umsichtigerem Reiten anhalten.

Am Samstag fanden die Distanzritte über 100 und 50 km, der erste Tag der Mehrtagesritte sowie ein Einsteigerdistanzritt nach WBO über 10 km statt. Die Strecken führten vom Zentralen Start-, Ziel- und VetGate-Platz über verschiedene Schleifen immer wieder hierhin zurück. Die landschaftlich schönste Runde ging von Holzerode über die Seulinger Warte, wo ein Vet-Check stattfand, am Seeburger See vorbei, wo sich den Reitern ein wunderschöner Blick über den See und die umliegende Landschaft bot, zurück über Bernshausen und Krebeck nach Holzerode. Diese Schleife war 35 km lang. Weitere Strecken über 15 km und 10 km sowie die Kinderdistanzstrecke führten durch die abwechslungsreiche, leicht hügelige Landschaft rund um Holzerode und Spanbeck. Das Geläuf war sehr gut, überwiegend sehr schöne, teils gemähte Wiesenwege, einige gut zu bereitende Schotterwege und nur zu Beginn der Seeburger-See-Runde etwas mehr Asphalt. Die Höhenunterschiede waren auch für Flachlandpferde gut machbar.

Den längsten Ritt der Veranstaltung, die 100 km gewann bei den Junioren die Niederländerin Yara de Boer mit ihrer Stute Sumaya in einer Reitzeit von 7:44 Std. Die zweite Juniorin, Tessa Sasse mit Lady Anjuli machte von der Möglichkeit Gebrauch, den Ritt vorzeitig nach 85 km in der Wertung zu beenden. Bei den Senioren beendete Claudia Pflüger mit Nahany Nobile den Ritt ebenfalls nach 85 km. Außerdem erhielt Yara de Boer einen Fairnesspreis, da sie am Sonntag Jonathan Mayer auf dem 25 km EFR begleitete. Jonathan hätte sonst nicht starten können, da das Pferd seines Vaters, der ihn eigentlich begleiten wollte, nicht starten konnte.

Auf der 50 km-Strecke blieben bei den Junioren alle drei Starter in der Wertung, es gewann Clara Helbing mit ihrem Vollblutaraber Eskader in einer Reitzeit von 3:23 Std. Bei den Senioren gingen über diese Strecke 6 Reiter an den Start. In einer Reitzeit von 3:35 Std. gewannen Susanne Güldenpfennig mit Ainhoa Fautina und Stephan Herold mit Fuego. Hermann Eichner absolvierte die Strecke mit seinem Zweispänner in einer Fahrzeit von 4:30 Std.

Auf dem Einsteigerritt über 10 km, der wie ein Einführungsritt in Leistungsklassen gewertet wurde, starteten 5 Junioren, die den Ritt alle in der Wertung beendeten und 7 Senioren, wobei hier 2 Reiter ausschieden.

Am Sonntag früh eröffneten die 80 km Reiter den Tag, der noch wärmer werden sollte. Außerdem stand der zweite Tag des Mehrtagesrittes, ein 40 km EFR und ein 25 km EFR sowie die Kinderdistanz über 5 km an.
Den Mehrtagesritt über 50 und 40 km absolvierte Anne Wegener mit Aicha Addschawad am schnellsten, in einer Gesamtreitzeit an beiden Tagen von 6:24 Std. Damit gewann sie die Juniorenwertung vor Lukas Bunz-Ebsen mit Kadir Addschawad, der den Ritt nach dem ersten Tag in der Wertung beendete. Bei den Senioren gewann Andrea Blum mit ihrem Partbred Aswan in 8:30 Std. Hier blieben alle 4 Starter in der Wertung.

Jüngste Teilnehmerin war die dreijährige Lea Marie Rodich, die von Ihrer Oma Sabine auf ihrem 85 cm großen Minishetty Lotte auf dem Kinderdistanzritt geführt wurde. Insgesamt nahmen drei Kinder am Kinderritt teil. Sabine stellte auch der siebenjährigen Lea Sophie Riestock eines ihrer Schulponys zur Verfügung, damit diese an dem Ritt teilnehmen konnte. Alle Kinder bekamen eine Schleife sowie Sachpreise und waren stolz, den Ritt in der Wertung beendet zu haben.

Insgesamt gab es bei allen Ritten nur wenige Ausfälle – und was besonders erfreulich ist, keine wegen metabolischer Probleme. Alle Reiter haben trotz der Hitze einen kühlen Kopf bewahrt und sind sehr umsichtig geritten, so dass alle Pferde den Ritt gut überstanden haben. Der Dank gilt Juliette, den Tierärzten und den vielen Helfern. Diese Veranstaltung hat ihr ganz eigenes Flair und die Strecken haben mit den damaligen, gefürchteten Göttinger Schotterpisten nichts mehr gemein. Vom Minishetty über Haflinger, Isländer, Fjordpferde und Reitponys bis zum Vollblutaraber und Warmblüter zeigte die Veranstaltung die ganze Bandbreite des Distanzreitens und bewies damit eindrucksvoll, dass man mit allen Pferden Spaß am Distanzreiten haben kann.

Weitere Fotos findet man unter www.endurance-goettingen-holzerode.de

Yvonne Kirstan