Aller guten Dinge sind drei – oder: Alt Jabel von weit hinten
 Fotos: Maike Grell
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Der Ferienhof Alt Jabel nahm uns im März zum dritten Mal mit der hier üblichen, umwerfenden Gastfreundschaft auf. Hofbesitzer Andreas kümmerte sich drei Tage lang um alle Belange seiner Gäste. Den Pferden stehen Boxen, Offenboxen oder Offenställe sowie eine große Paddockwiese zur Verfügung, die Reiter kommen in gemütlichen, modernen Bungalows oder Ferienwohnungen unter oder campen auf der Wiese. Auf dem Ferienhof Alt Jabel kann man übrigens auch Urlaub machen, was einige Reiter durch Verlängerung ihrer Anwesenheit vor oder nach dem Ritt auch gerne nutzten.
Um das leibliche Wohl kümmerte sich wieder die gesamte Familie Bader, die uns hier drei Tage lang aufs Beste bekochte und versorgte. Ein Heer von Tierärzten sorgte für praktisch null Wartezeiten bei Vor- und Nachuntersuchung sowie auf der Strecke und gezielt eingesetzte Helfer boten Wasser an der Strecke an und fuhren zwei Trossgespanne zu den Pausenplätzen, so dass alle Trosslosen ihr Reisegepäck aufgeben konnten und bei Bedarf ausgeschiedene oder aufhörende Pferde nach Hause transportiert werden können.
Dieser Ritt bietet ein Rundum-sorglos-Paket, wie man es selten findet. Hinzu kommen traumhaft schöne, fast endlose Wald- und Sandwege die nahezu uneingeschränkt barfuß bereitbar sind.
Gut 15 Reiter starteten am Samstag pünktlich um 9.00 Uhr auf die 65km Strecke. Die anderen diskutierten bereits im Vorfeld ihr gewünschtes Reise- bzw. Starttempo aus, so dass sich zwei einige Minuten nach dem Hauptfeld auf den Weg machten, das Veranstalterteam weitere 5min später startete und ich gegen 9:15 Uhr vom Hof schlenderte, während Haike und Ingeborg noch beim Satteln waren. Wettkampf? Doch nicht im März! Maharih fiel prompt drauf rein und lies sich am kleinen Finger in ruhigem Tempo reiten -bis zum ersten Stopp, wo uns das Spitzenduo bereits entgegenkam. Da ging ihr ein Licht auf und der Puls hoch. Nachdem sich jedoch die meisten Reiter bald aus der Pause verabschiedet hatten, war alles wieder gut. Nach vorne hatte ich 10min „Luft“ bis zu den nächsten, und als diese nicht pünktlich aus der Pause verschwanden, hängte ich eben auch noch ein paar Minuten dran. Hinter mir kam mit großem Abstand Haike, Ingeborg lag noch dahinter. So ging es leicht und locker zum Wendepunkt der Strecke in die Mittagspause, wo es eine hervorragende Gemüsesuppe gab, und von dort. aus im peinlich genau eingehaltenen 10min Abstand zu den nächsten wieder auf den Heimweg. Im dritten Stopp wurden leider zwei Pferde aus der Wertung genommen, zwei weitere Reiter beendeten den Ritt hier in der Wertung. Maharih war sehr entspannt. Ich hatte ihr versprochen, den Rest der Strecke zu laufen, denn unser Training war in diesem Winter auf recht kläglichem Niveau. Gesagt, getan. Die Sandwege erwiesen sich allerdings als recht anstrengender Untergrund und so brauchten wir stolze 90 Minuten für den letzten Abschnitt. Und kollidierten doch noch mit den beiden Reitern vor uns, die uns allerdings auf den letzten Kilometern wieder deutlich abhängten.
Am Sonntag sollte es auf der 42km langen Strecke einen Trot By bei km 3 geben. Dies zusammen mit der Tatsache, dass der Start bereits um 8:00 stattfand, lies die Gemütlichkeit des Vortages nicht mehr in gleichem Maße zu. In kurzer Folge starteten wir Schlußlichter und ich hatte Mühe, nach vorne einen Abstand von etwa 500m zu bewahren. Maharih war hellwach und wäre gerne richtig gerannt, lies sich aber dann doch überzeugen, Ruhe zu bewahren. Bei einer kleinen Waldumrundung, um die ausdrücklich gebeten worden war, musste ich feststellen, dass ein einzelner Reiter wohl Tomaten in den Ohren gehabt hatte, eine deutliche Spur kam aus dem verbotenen Wegstück. Ab Woosmerhof gaben die vor mir Reitenden endlich etwas mehr Gas und ich sah sie bis zur Pause nicht wieder. Wieder kam mir die Spitzenreiterin bereits entgegen, ehe ich den Pausenplatz erreicht hatte. Dort gab es die Möglichkeit, die Strecke zu verkürzen, indem man direkt auf anderer Strecke wieder zurückritt, was mehrere Reiter nutzten. Auch die beiden vor mir, und so bekam Maharih nach der Pause endlich ihre verdiente Galoppstrecke. Im Wald wurde es dann kurzzeitig verzwickt, die auf diesem Abschnitt vorhandene grüne Markierung trennte sich von der Reitwegmarkierung, die ohnehin enorm spärlich, aber unbedingt einzuhalten war. Diverse frische Pferdespuren im Wald zeugten davon, dass hier einige Unsicherheit herrschte. Am KP gab es nicht nur Wasser, sondern wir wurden auch alle auf die richtige Spur gesetzt. Anschließend durfte aber wieder gerätselt werden, ob man sich nun auf dem Reitweg befand oder nicht… Egal, alle kamen wieder in der Pause an, niemand ist verlorengegangen. Und ein bißchen Abenteuer gehört zum Kartenritt ja auch dazu. In der zweiten Pause gähnende Leere. Die Pausenzeit war wegen Wind und Regen auf 10min verkürzt worden. So ging es nach kurzer Stärkung auf den Heimweg. Zum Schluß hatte Petrus ein Einsehen, nach zwei Stunden Dauerregen riß die Wolkendecke auf, die Sonne kam zum Vorschein und es wurde frühlingshaft mild.
Bei der Siegerehrung gab es viele schöne Sachpreise vom Hauptsponsor Globetrotter. Und auch wenn die letzten nicht gleich die ersten wurden, landete Maharih doch auf dem dreizehnten Platz von 25 und ich konnte den Fluch, in Alt Jabel nicht anzukommen, endlich begraben.
Sabine Pfaff